Heike Reinersmann

Hemhofen — "Wie können wir uns kennenlernen und näher kommen?", fragte sich der Helferkreis in der Flüchtlingsunterkunft. Durch Begegnung und Gespräche stellte sich heraus, dass Stricken sowie Handarbeiten alle miteinander verbindet. Jetzt gibt es jeden Freitagnachmittag ein gut besuchtes Strick-Café in der ehemaligen Tennishalle.
Welch eine Freude und Aufregung herrscht an der rasch improvisierten "Festtafel", als die Damen vom Helferkreis mit Unterstützung der katholischen Kirchengemeinde Maria Königin am Montagnachmittag mit riesigen Tüten zum vereinbarten Termin kommen. Wolle, Stricknadeln, Handarbeitszubehör und "a weng was Süßes für die Kinder" haben die Damen im Gepäck. Die Kirchengemeinde hatte beschlossen, aus den Mitteln der Caritassammlung 150 Euro für die Materialien zur Verfügung zu stellen. Eine gute Investition, wie sich rasch zeigte, denn viele der Frauen und Kinder laufen noch barfuß in Badeschläppchen herum. Damit sie sich auf das hiesige Klima einstellen und lernen, sich entsprechend zu kleiden, kann das Strick-Café wertvolle Anregungen geben.
Wie wichtig der Kontakt mit den Menschen vor Ort für die Geflüchteten aber auch für die Einheimischen ist, zeigen ganz unvoreingenommen die Kinder: Ohne Scheu gehen sie auf die Helfer zu und sind scheinbar ohne Ende dankbar. Doch auch die Frauen sind dankbar für die Zuwendung, für die einfachsten und verschiedensten Bemühungen, ihnen das Leben hier zu erklären sowie ein Stück Alltag zu erleben. Oftmals hilft das Alltägliche, um die Grausamkeiten des Krieges und der Flucht zu überwinden - vielleicht sogar zu heilen. In diesem Zusammenhang möchte eine Dame des Helferkreises den Gerüchten, dass die Flüchtlinge in den Lebensmittelmärkten stehlen würden, entschieden entgegen treten. "Mir wurde von den Betreibern der hiesigen Märkte auf Nachfrage gesagt, dass die Flüchtlinge in diesem Bereich nicht auffallen", kann Mühlhans dieses Vorurteil entkräften.