In der Faschingszeit wird viel gefeiert und gern auch mal ein wenig mehr Alkohol getrunken. Wenn es einem dann am nächsten Tag nicht ganz so gut geht, greift der eine oder andere auf traditionelle Mittel zurück. Eines davon ist das "Katerfrühstück" mit Rollmops, Matjes oder Bismarckhering.

Doch wie soll der Fisch eigentlich gegen einen Kater wirken? "Eigentlich gar nicht. Der Fisch an sich bringt nichts", antwortet Ronny Seyfried, Leiter der Fischereilehranstalt des Bezirks Oberfranken in Aufseß.

Er erklärt weiter, dass dem Körper durch übermäßigen Alkoholkonsum Wasser und Mineralien entzogen werden. Der Körper dehydriert. "Es ist schon richtig, dass man dann Rollmops, Matjes oder Bismarckhering isst. Denn das Salzige suggeriert dem Körper, dass er mehr trinken muss", erklärt Seyfried. Das heißt, man bekommt mehr Durst, trinkt mehr und nimmt dadurch mehr Flüssigkeit und Mineralien auf. "Der Fisch wirkt also nicht direkt, sondern über Umwege. Mit dem Fischkonsum selbst erreiche ich erst mal nichts", ergänzt Seyfried.

Wertvolle Nahrung

Weiter berichtet er, dass Fisch aber trotzdem in dieser Zeit eine wertvolle Nahrung ist. "Fisch hat wenig Kohlenhydrate und hochwertige Eiweiße und Fette. Da er fast kein Bindegewebe hat, kann er gut verdaut werden und liegt nicht im Magen", zählt Seyfried auf.

Wer die Leber mehr belastet, tut dann wenigstens seinem Magen mit dem Essen etwas Gutes. Seefische enthalten zudem Jod. "Wenn man Süßwasserfische mit Jodsalz würzt, hat man den gleichen Effekt", erläutert Ronny Seyfried, der in Aufseß auch Kochkurse anbietet.

Vitamine und Eisen

Fisch enthält auch Vitamine und Eisen. Das sind zum Beispiel Vitamin D und B12. "Doch das Wichtigste sind die Eiweiße und Fette", sagt Seyfried und empfiehlt, zum Fisch Gemüse, Kräuter, Zitronensaft oder Salat zu reichen. Denn die Ascorbinsäure, die auch Vitamin C genannt wird, erhöht die Aufnahme des Eisens und stärkt das Immunsystem.

Außerdem rät Ronny Seyfried, den Fisch schonend zuzubereiten. Hier eignen sich Räuchern, Dünsten, Dämpfen oder Braten bei geringer Temperatur. "Gut ist auch das Grillen. Denn da braucht man kein Fett", erklärt er.

Nach Alkoholgenuss empfiehlt er natürlich auch eine Fischmahlzeit, aber vor allem viel zu trinken. Hier rät er Wasser oder Tee, denn Fruchtsaft enthält Zucker. "Und auf keinen Fall früh mit dem Alkohol weitermachen, mit dem man in der Nacht aufgehört hat", warnt Ronny Seyfried und verrät einige seiner Fisch-Rezepte (siehe unten).