Marion Krüger-Hundrup

In Bus und Bahn und Einkaufsläden sind FFP2-Masken in Bayern seit Montag Vorschrift - nun müssen sie auch in Gottesdiensten getragen werden. Darauf weisen das Erzbischöfliche Ordinariat Bamberg und die evangelischen Regionalbischöfe hin.

Dies geht auf einen Beschluss des bayerischen Kabinetts am Mittwoch zurück. Damit soll das, was seit dieser Woche in Bayern in öffentlichen Verkehrsmitteln und Einkaufsläden Vorschrift ist, auch in den Kirchen für mehr Sicherheit sorgen, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Zudem gilt laut Staatskanzlei künftig für Gottesdienste, die mehr als zehn Teilnehmer erwarten lassen, eine Anzeigepflicht bei der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde, "sofern keine generellen Absprachen getroffen wurden".

In ihrem Beschluss hatten Bund und Länder unter anderem schärfere Regeln für Gottesdienste festgelegt. Auch in Kirchen, Synagogen und Moscheen soll künftig eine Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske gelten. Zusammenkünfte mit mehr als zehn Personen müssen zudem im Voraus beim Ordnungsamt angemeldet werden.

Das Katholische Büro in Bayern teilt dazu nach Rücksprache mit der Staatskanzlei Folgendes mit: Die Anzeigepflicht besteht, gilt aber nicht, wenn das maßgebliche Schutz- und Hygienekonzept der jeweiligen Glaubensgemeinschaft bei den Gesundheitsbehörden vorgelegt wurde. Nachdem mit den großen Kirchen umfassend allgemeine Hygienekonzepte abgestimmt wurden, wird diese zusätzliche Anzeigepflicht nicht die großen Religionsgemeinschaften (besonders die katholische und evangelische Kirche) betreffen.

Das bedeutet, als aktuelle Veränderung muss umgesetzt werden: Die bisherige "einfache" Maskenpflicht wird zu einer FFP2-Maskenpflicht verschärft. Ein Verstoß dagegen stellt weder für den Gottesdienstbesucher noch für den Gottesdienstveranstalter eine Ordnungswidrigkeit dar. Es wird deshalb empfohlen, so schreibt der Bamberger Generalvikar Georg Kestel an die Pfarrer, dass die Gottesdienstveranstalter die Gläubigen allgemein auf die FFP2-Maskenpflicht hinweisen, bei Verstößen aber keine Sanktionen ergreifen, zumal eine Kontrolle, welcher Norm die Maske entspricht, nicht möglich ist. Sonst ändert sich in der Praxis für die katholische und evangelische Kirche nichts.

Daneben gelten die bisherigen Hygiene-Auflagen bei Gottesdiensten - wie der 1,5 Meter Mindestabstand und ein Verbot für Gemeindegesang - auch weiterhin.