Es ist nicht die Regel, dass sich Menschen bei der Feuerwehr für ihren ehrenamtlichen Einsatz bedanken. Aber Familie Groenewold aus Adelsdorf schickte den Neuhauser Wehrlern neben einer Dankes-Weihnachtskarte auch Geschenke für die Hilfe beim Starkregen am 31. Mai mit: Bier für die Männer, Sekt für die Frauen. Am ersten Schulungstag im neuen Jahr tranken die Brandschützer damit nun auf das Wohl der Spender.

Mehr als die Hälfte aller Haushalte in der Gemeinde Adelsdorf war beim Starkregenereignis im Mai des vergangenen Jahres betroffen. Alle drei Feuerwehren waren stundenlang im Einsatz. Auch die Neuhauser Wehr kam nach Adelsdorf, um zu helfen.

"Unser erster Einsatz in Adelsdorf war bei der Familie Groenewold. Im Keller stand das Wasser bereits 65 Zentimeter hoch", erinnert sich Zweiter Kommandant Patrick Sorger. Fast zwei Stunden waren die Aktiven im Einsatz, bis endlich der Keller ausgepumpt war.

"Wir saßen beim Grillen im Garten, als der Starkregen einsetzte", erklärt Wilfried Groenewold. "Plötzlich drang das Wasser von zwei Seiten in unseren Keller ein. Bei der Außentreppe wurde der Revisionsdeckel samt Fliese herausgedrückt, und das Wasser stand in wenigen Minuten 1,50 Meter hoch im Treppenschacht. Es drang wegen des enormen Drucks durch die Türdichtung in den Keller ein.

Auf der anderen Seite des Hauses schoss das Oberflächenwasser vom Garten durch die Lüftungsöffnung am Fenster massiv in den Heizungskeller-Lichtschacht ein. Das Wasser stand bereits bis kurz unterhalb der Steckdosen, als die Neuhauser Feuerwehr eintraf. Zum Glück hat wenigstens die Rückschlagklappe im Hauptabwasserrohr dichtgehalten", schließt Wilfried Groenewold seinen Rückblick.

Nach allen Trocken- und Aufräumungsarbeiten ging der Hausherr sofort daran, geeignete Lösungen und Änderungen zu finden. Am Revisionsrohr wurde ein Ausgleichsrohr angebracht, das einen Meter über dem Straßenniveau herausragt. Das Kellerfenster wurde mit einer sechs Millimeter starken Glasscheibe von außen wasserdicht verschlossen und die Lüftungsöffnung an anderer, sicherer Stelle angebracht.

Von Hochwasser können fast alle Menschen betroffen werden. Mit der richtigen Vorbereitung ist es aber möglich, Hochwasserschäden zu verringern oder sogar ganz zu vermeiden. Je früher und gründlicher man Vorsorgemaßnahmen plant und umsetzt, wie ein Rückstauventil, Außenstufen zum Keller oder durch eine Erhöhung gesicherte Kellerfenster, desto besser ist man für einen plötzlich auftretenden Hochwasserfall gewappnet. Eine gute Versicherung zahlt sich ebenfalls aus. Groenewolds sind bestens für den nächsten Starkregen - der hoffentlich nicht so bald kommt - gewappnet. JB