Andreas Dorsch Es reißt nicht ab. Fast jeden Tag müssen inzwischen Mitarbeiter des Adelsdorfer Bauhofs ausrücken, um von Container-Stellplätzen in der Gemeinde Müll einzusammeln, der dort eigentlich nicht hingehört.

Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) ist sauer: "In den letzten Monaten ist die Situation eskaliert. Es wird jetzt nicht mehr nur ab und zu Müll abgeladen, sondern fast täglich." Und dabei handelt es sich nicht nur um Beutel voller Hausmüll.

Wie der Bürgermeister berichtet, sind da auch Waschmaschinen, Fernseher, Wäschetrockner, Kühlschränke, Dunstabzugshauben, ein Herd, Autoreifen, Batterien und Farben dabei. Sogar Teile einer Küche wurden in Adelsdorf schon neben Altglas- und Altkleidercontainern entsorgt.

Schon seit Jahren ein Problem

Fischkal und seine Mitarbeiter haben dafür kein Verständnis, zumal ein Großteil des Mülls kostenlos im nahen Wertstoffhof in Medbach abgeliefert werden könnte. "Warum bringen die ihren Müll nicht nach Medbach?", fragt sich der Bürgermeister.

Natürlich hat die Gemeinde einmal mehr Anzeige erstattet, kämpft Adelsdorf doch schon seit Jahren gegen illegale Müllentsorgung auf Containerplätzen.

Noch hat Fischkal keine Vermutung, wer hier seinen Müll entsorgt. Er bittet nicht nur die Bevölkerung um Hinweise, sondern will das Thema erneut im Gemeinderat diskutieren. Dabei soll es um die Fragen gehen, ob man an den Containerplätzen Videokameras installieren kann, oder für die Gemeinde einen zentralen Containerplatz anlegt und den speziell überwacht.

Geht eine Anzeige ein, laufen bei der Polizei die Ermittlungen gegen die unbekannten Müllsünder an. "Es ist nicht immer einfach, die Täter zu ermitteln", räumt Höchstadts Polizeichefin Sabine Röhrer ein, "wir versuchen es aber intensiv".

Werden die Umweltsünder ausfindig gemacht, droht ihnen ein ordentliches Bußgeld. Das verhängt dann Sachgebietsleiter Hans Leuchs im Umweltamt des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt. Man werde aktiv, wenn man den Verursacher hat, sagt Leuchs. Ein Zettelchen mit Namen in einem Müllbeutel reicht dabei aber noch nicht, es sollte schon mehr sein.

Ausreden

Werden Übeltäter ausfindig gemacht, muss sich Leuchs auch immer wieder mal anhören, dass Leute andere beauftragen, für sie Müll zu entsorgen. Die kassieren zwar dafür, laden den Müll aber einfach irgendwo ab. Bei Bußgeldern bleibt es übrigens nicht mehr, wenn gefährlicher Abfall wie Asbestplatten illegal abgeladen werden. "Dann wird ein Strafverfahren eingeleitet", sagt Leuchs.