Der Freistaat Bayern hat mit der 8. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung die deutschlandweit abgestimmten und einheitlich durchzuführenden Maßnahmen, wie sie von der Bundeskanzlerin und den Regierungschefs der Länder am 28. Oktober beschlossen wurden, übernommen. Mit Ausnahme von Schulen und Kitas sowie des Einzelhandels schließen Freizeit, Kultur- und alle Sporteinrichtungen für den Mannschaftssport sowie alle Gastronomiebetriebe bis Ende November.

Vor dem Hintergrund dramatisch steigender Infektionszahlen, auch in Stadt und Landkreis Bamberg, ist es das Ziel aller Maßnahmen, private Kontakte auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Die Situation ist ernster als im Frühjahr. Damals lag der höchste Wert der 7-Tages-Inzidenz in Stadt und Landkreis bei rund 80. Heute dagegen liegen der Landkreis bei 122 und die Stadt Bamberg bei 155, Tendenz weiter steigend. Landrat und Oberbürgermeister appellieren in einer gemeinsamen Presseerklärung "an die Solidarität und gegenseitige Rücksichtnahme der Bürgerinnen und Bürger".

Seit dem gestrigen Montag bis Ende November gelten weitreichende neue Maßnahmen, die die bisherigen Regelungen in Bezug auf Kontaktbeschränkungen und Veranstaltungen deutlich übertreffen. Sie basieren auf den Beschlüssen des Treffens der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder am 28. Oktober und dem Bericht der Sitzung des bayerischen Kabinetts am 29. Oktober. Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und Landrat Johann Kalb (CSU) stehen "angesichts der auch im Landkreis und vor allem der Stadt dramatisch und ungebremst steigenden Infektionszahlen hinter den Maßnahmen und begrüßen die bundesweite Einheitlichkeit". Der Freistaat Bayern hat mit der 8. BayIfSMV diese Vorgaben für Bayern mit Wirkung ab dem 2. November übernommen.

"Was wir jetzt brauchen, ist eine Reduzierung der Kontakte im privaten Bereich, weil bei 75 Prozent der Infektionen die Ansteckungsumstände unklar sind. Bei stetig steigenden Fallzahlen steigt auch die Zahl der schweren Fälle. Deshalb heißt es Abstand halten, Kontakte verringern und nicht notwendige private Reisen und Besuche vermeiden", so Landrat Kalb in einer Krisensitzung. Der Aufenthalt im öffentlichen wie im privaten Raum sei jetzt begrenzt auf die Angehörigen des eigenen Hausstands und eines weiteren Hausstands, jedoch in jedem Fall auf maximal zehn Personen.

OB Starke wies auf eine wichtige Information für alle Eltern hin: "Kitas und Schulen bleiben offen, solange es irgendwie geht. Damit wollen wir Familien und Unternehmen helfen und die Situation planbar machen. Geöffnet bleiben auch Geschäfte, Friseure und Praxen für medizinisch notwendige Behandlungen", so Starke.

Sowohl Landrat als auch Oberbürgermeister riefen im Hinblick auf die verfügte Schließung der Gastronomiebetriebe im November die Bevölkerung auf, Speisen zum Abholen oder Liefern zu bestellen. Bambergs Oberbürgermeister fügte an: "Für die Gastronomen und Übernachtungsbetriebe ist die aktuelle Regelung ein harter Schlag. Viele haben sich in den vergangenen Monaten etwas einfallen lassen. Umso bedauerlicher ist es, wenn die Gastronomen betroffen sind." Unisono mit der Leiterin des Staatlichen Gesundheitsamtes, Dr. Susanne Paulmann, appellierten Landrat und OB an die Solidarität und Einsicht der Bevölkerung: "Neben allen staatlichen Regeln geht es um die Rücksichtnahme und Sorge jedes Einzelnen um die Gesundheit des anderen. Darum bitten wir Sie und dafür danken wir Ihnen!" red