Affalterthal — Die Jahresversammlung des Heimatvereins Affalterthal war geprägt vom zufriedenen Ergebnis für die gelungene Veranstaltungen im vergangenen Jahr, die aus diesem Grund heuer wieder durchgeführt werden. Außerdem wurde Friedel Riehlein, die langjährige Trachtenbeauftragte, für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt.
Vereinsvorstand Reinhard Löwisch berichtete von einem etwas ruhigerem Jahr, im Vergleich zum Vorjahr. 2013 galt es noch, den 24. Heimattag der Fränkischen Schweiz mit einem großen Organisationsaufwand zu veranstalten. Das war 2014 nicht so. Die vier eigenen Veranstaltungen waren erfolgreich, weil das Wetter mitspielte und damit auch genügend Gäste kamen. Bei der Dreikönigswanderung wurden 135 Mitläufer gezählt, die sich auf halber Strecke an einem wärmenden Lagerfeuer bei Glühwein und Brezen erholen konnten. In der Versammlung kam es zur Diskussion darüber, ob der Verein künftig immer auch das "Säukopfessen" im Mehrzweckhaus mit veranstalten soll oder eben nur die Wanderung mit Lagerfeuer. Tatsache ist, dass mehr Leute an der Wanderung teil nehmen, wenn es das Säukopfessen gibt. Einige Nürnberger Stammgäste rufen mittlerweile sogar vorher an und fragen, ob es das Essen gibt, sonst würden sie nicht kommen. Das Problem dabei sei der hohe personelle Aufwand, der notwendig ist, um etwa 120 Leute innerhalb kürzester Zeit zu versorgen. Bei der nächsten Dreikönigswanderung soll es auf Wunsch der Versammlung erstmalig zwei Touren geben: Eine "Familientour" und eine mit sportlichem Anspruch. Außerdem soll es im Sommer eine geführte Wandertour geben. Nachdem die Maiwanderungen vergangener Jahre eher weniger gut besucht waren, will man damit einen neuen Versuch unternehmen.

Brauch gesichert

Bei der Herstellung des Girlandenschmuckes für den Osterbrunnen halfen 14 Frauen mit, darunter auch einige Jüngere, berichtete die "Macherin" und Zweiter Vorstand Inge Bernhardt, sodass der Fortbestand des Brauches gesichert sei. Weniger erfreulich war die Tatsache, dass eine starke Windböe den Brunnen aus den Fugen warf, sodass er wieder befestigt werden musste. Etliche kaputte Eier mussten ersetzt werden und das Osterlamm aus Polyester, das in einem Nest am Brunnen saß, ging dabei zu Bruch.
Das Johannifeuer im Juni dagegen habe "gerade noch geklappt", berichtete Löwisch. Nachdem es an diesem Tag ganztägig geregnet habe, seien die meisten Dorfbewohner ursprünglich davon ausgegangen, dass es nicht stattfinde. Als es dann an der Zeit war, die Vorbereitungen zu treffen, hörte es auf zu regnen, das Fest konnte planmäßig ablaufen. Die Herbstkirchweih, die seit einigen Jahren in der Obhut des Heimatvereins stattfindet, ging ebenfalls "glatt über die Bühne". Dafür sorgten die zehn jungen "Kerwaburschen" und deren Organisationstalent. Damit die Veranstaltungen einigermaßen "sorgenfrei" durchgeführt werden können, habe der Heimatverein eine umfangreiche Veranstaltungsversicherung abgeschlossen, die jährlich rund 450 Euro koste. Damit ist auch der Wegewart abgesichert, wenn er im Auftrag des Vereins Wandermarkierung anbringt.
Schlechte Neuigkeiten gab es im Bezug auf die geplante Dorfchronik. Der eigens engagierte Historiker hat seinen Auftrag zurückgegeben, nachdem seine Recherchen im Staatsarchiv Bamberg nicht besonders ergiebig ausgefallen seien. Das Archiv derer von Egloffstein in Kunreuth, als zweite wichtige Urkundenquelle, stehe derzeit wegen der Digitalisierung des Bestandes auch nicht zur Verfügung, weshalb die Zeitvorgaben nicht mehr eingehalten werden könnten. Als Plan B hat der Vorstand noch eine Arbeit über die Affalterthaler Vorgeschichte "in Petto", die ebenfalls von einem Fachmann geschrieben wird und nun möglicherweise noch in diesem Jahr gedruckt wird.

"Phänologische Beobachterin"

Alle Veranstaltungen der Vorjahre werden auch heuer wieder mit den bewährten Kräften durchgeführt. Zum Schluss der Sitzung zeichnete der Zweite Vorstand des Fränkische-Schweiz-Vereins, Bürgermeister Stefan Förtsch, die Trachtenbeauftragte Friedel Riehlein für 25-jährige Mitgliedschaft aus und lobte deren Engagement für die Heimat als "phänologische Beobachterin". In dieser Eigenschaft besteht ihre Tätigkeit darin, mehr als 30 Pflanzenarten (Wildpflanzen, Bäume und Sträucher) im Umkreis von drei Kilometern in den Entwicklungsphasen zu beobachten und den Zeitpunkt des Austriebes oder der Blüte beispielsweise genau zu dokumentieren. Die Ergebnisse werden dem Wetteramt mitgeteilt. Das Ehepaar Inge (Zweiter Vorstand) und Heinz Bernhardt (Rechnungsprüfer) sowie Thomas Hofmann wurden für zehnjährige Mitgliedschaft geehrt. red