Stephan Herbert Fuchs

Die IG Metall Ostoberfranken begrüßt den Tarifabschluss in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie. Dabei stellen die Verantwortlichen nicht nur das Ergebnis einer Entgelterhöhung in zwei Stufen ab Juli 2016 um 2,8 Prozent und ab April 2017 um weitere zwei Prozent heraus.
Der Erste Bevollmächtigte Volker Seidel freut sich vor allem darüber, dass sich in Ostoberfranken über 2700 Kollegen an den beiden Aktionen in insgesamt sieben Unternehmen beteiligt haben. "Das war auch bitter notwendig", sagte Seidel bei der Delegiertenkonferenz in Himmelkron.


Steigerung gut begründet

Die gesteigerten Einkommen seien gut begründet, so Seidel. Schließlich gehe es darum, mit den Entgeltsteigerungen die Binnenkonjunktur zu stärken und ein Mehr an Kaufkraft zu erreichen.
Bayernweit haben sich nach Angaben der Gewerkschaft über 187000 Beschäftigte in mehr als 320 Betrieben an den Warnstreiks beteiligt. Neben den Entgelterhöhungen konnte die IG Metall für den laufenden Juni einen Pauschalbetrag von 150 Euro erreichen. Analog zum Abschluss für die Beschäftigten werden auch die Ausbildungsvergütungen zum Juli um 2,8 Prozent und zum April 2017 um zwei Prozent angehoben. Der Pauschalbetrag für Juni liegt bei den Azubis bei 65 Euro.
Der Tarifvertrag läuft diesmal 21 Monate bis zum 31. Dezember 2017. Eine Kündigung der Entgelttarife müsste bis zum 31. Oktober 2017 erfolgen.
In den kommenden Monaten sollen dem Bevollmächtigten Volker Seidel zufolge vor allem die Bereiche Rente, Arbeitszeit und Krankenversicherung im Mittelpunkt der Gewerkschaftsarbeit stehen. Während die Arbeitgeber einen festen, konstanten Beitrag bei 7,3 Prozent haben, müssten die Arbeitnehmer die Zeche zahlen.
Die IG Metall fordert deshalb, dass die Arbeitgeber sich an den Gesundheitskosten wieder zur Hälfte beteiligen.
In einer Unterschriftenaktion will die IG Metall dafür allein in Ostoberfranken 3000 Unterschriften sammeln und die Listen anschließend den örtlichen Bundestagabgeordneten übergeben. Die Mitgliederentwicklung der IG Metall Ostoberfranken sehen die Verantwortlichen mit einem lachenden und einem weinenden Auge.


Mitgliederzahl schrumpft

Während die Zahl der Mitglieder insgesamt binnen Jahresfrist von 11 983 auf aktuell 11 718 zurückgegangen ist, stieg die Zahl der beitragsstärkeren betriebsangehörigen Mitglieder im selben Zeitraum von 6507 auf 6577 an.
Den Rückgang in der Gesamtzahl führte Volker Seidel auf den demographischen Wandel und damit auf die hohe Zahl der Sterbefälle zurück. Allein im laufenden Jahr lag die Zahl der Sterbefälle bei 87.
Eine wichtige personelle Änderung gab es in der Geschäftsstelle der IG Metall Ostoberfranken: Uwe Bauer, der seit Juli 2012 als Gewerkschaftssekretär in Münchberg tätig war, ist in Schwäbisch Hall zum neuen Ersten Bevollmächtigten gewählt worden, er tritt sein Amt zum 1. Juli an.


Schoepke für Bauer

Nachfolger für Uwe Bauer ist Robin Schoepke. Der 30-Jährige stammt aus der Nähe von Cottbus, ist gelernter Mechatroniker, hat die Akademie der Arbeit in Frankfurt absolviert und war in den zurückliegenden eineinhalb Jahren in der Geschäftsstelle Schwabach in Mittelfranken beschäftigt.
Robin Schoepke ist in Ostoberfranken künftig für die Betriebsbetreuung, für den Bereich der jungen Generation und für die Bereiche Handwerk sowie kleine und mittlere Unternehmen tätig. Er ist verheiratet, hat eine Tochter und lebt mit seiner Familie in Gefrees im Landkreis Bayreuth.