Bekannte Supermarktkette verschwindet wohl für immer - fast 50 Filialen in Franken

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Tegut in der Krise: Übernimmt Edeka jetzt sämtliche Filialen?
Innenansicht eines Tegut-Supermarkts
Tegut (Symbolbild)

Schon länger möchte der Schweizer Einzelhandels-Riese Migros seine kriselnde Supermarkt-Tochter Tegut loswerden. Nun zeigten Edeka und Rewe Interesse an einem großen Teil der Filialen - es soll schon erste Deals geben.

Die Zukunft ist ungewiss: Der Schweizer Lebensmitteleinzelhändler Migros zieht sich aus Deutschland zurück und verkauft die Supermarktkette Tegut. Ein großer Teil der vor allem in Hessen befindlichen Tegut-Filialen soll von Edeka übernommen werden. Bereits im vergangenen Jahr gab es Gerüchte, dass zahlreiche tegut-Filialen schließen könnten.

Eine entsprechende Vereinbarung wurde nach Angaben beider Unternehmen bereits unterzeichnet. Das Kartellamt muss dem Verkauf noch zustimmen. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. Edeka will rund 200 Tegut-Filialen in den genossenschaftlichen Edeka-Verbund integrieren. "Mit dieser Einigung schaffen wir eine klare Zukunftsperspektive für die Tegut-Märkte und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", sagte der Vorstandsvorsitzende der Edeka-Zentrale, Markus Mosa. 

Edeka will 200 tegut-Filialen übernehmen - auch Rewe und Aldi interessiert

Außer Edeka hat auch Rewe Interesse an Filialen gezeigt, laut der Lebensmittelzeitung (LZ) wird bereits ein entsprechendes Paket geschnürt. Wie das Branchenblatt berichtet, könnte Rewe vor allem Standorte in Bayern übernehmen. Abgesehen verhandelt Migros auch mit dem Discounter Aldi und der Kette Tante Enso, die vor allem autonome Supermärkte betreibt. Aldi möchte dabei vor allem größere Filialen übernehmen, Tante Enso entsprechend seines Geschäftsmodells wiederum kleinere Läden. 

Durch die Schließung zahlreicher Standorte hätte ansonsten der Verlust von mehr als 4500 Arbeitsplätzen gedroht, hieß es. Ob der Name Tegut erhalten bleiben wird, ist bislang unklar. Zu weiteren Details äußerte sich Edeka nicht. Zuvor hatte die Lebensmittel Zeitung darüber berichtet. Migros erklärt den Schritt folgendermaßen: Trotz massiver Kosteneinsparungen habe sich das Marktumfeld in Deutschland weiter verschärft und zu rückläufigen Umsätzen geführt. Tegut sei "unter diesen Bedingungen mit der spezifischen Positionierung und der vergleichsweise kleinen Unternehmensgröße langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig".

Die Option einer Gesamtübernahme von Tegut durch einen Händler, der bisher nicht im deutschen Markt präsent sei, habe sich als nicht umsetzbar erwiesen, hieß es. Offen ist bislang, was aus den übrigen Tegut-Märkten wird. Laut Migros laufen Gespräche mit weiteren Interessenten. Weitere Details wurden nicht genannt. Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet. Im Jahr 2013 wurde die Kette von Migros übernommen. Laut Angaben auf der eigenen Internetseite beschäftigt Tegut ungefähr 7700 Menschen und hat mehr als 300 Supermärkte in sechs Bundesländern. Die mit Abstand meisten davon befinden sich in Hessen. In Franken betreibt die Supermarktkette knapp 50 Filialen - das vor allem in Unter- und Mittelfranken, aber auch zum Beispiel in Bamberg.