Dass der Wechsel an der Privaten Wirtschaftsschule so reibungslos gelang, hat mehrere Gründe. Die beiden Schulleiter kennen sich seit 17 Jahren. Zudem war Jörg Mausolf in dieser Zeit zehn Jahre lang stellvertretender Schulleiter von Thomas Kaiser. Und dann gibt es da noch das "Goldstück" im Sekretariat, Karin Rippstein. Sie kennt nicht nur jeden einzelnen Aktenordner in- und auswendig, sondern ist auch mit allen Abläufen an der Schule bestens vertraut.

Viele Gemeinsamkeiten

Zusätzlich haben Schulleiter und Stellvertreter zahlreiche Gemeinsamkeiten. Beide haben je zwei Kinder, kommen aus dem Landkreis Bamberg, haben ein abgeschlossenes Studium zum Diplom-Kaufmann und teilen die Begeisterung für Sport.

Ganz offensichtlich wird dies bei Schulleiter Jörg Mausolf: Dieser war über 20 Jahre als Basketballtrainer in unterklassigen Ligen tätig. In den letzten sieben Jahren war er als Teammanager für seinen Heimatverein Baunach in der 2. Basketball-Bundesliga aktiv. Eine profunde Schulung also für den Umgang mit Menschen. Kenntnisse, die ihm jetzt in der verantwortungsvollen Position zugutekommen.

Die beiden in der Chefetage wissen, was sie aneinander haben. "Ich schätze an Herrn Koch, dass er sehr genau arbeitet, Probleme nicht nur sieht, sondern auch anpackt. Da ergänzen wir uns ganz gut, denn ich bin mehr der Pragmatiker", verrät Jörg Mausolf. Zudem pflegt Christian Koch den engen Kontakt ins Lehrerzimmer und weiß, wo die Kollegen der Schuh drückt.

Auch Koch bestätigt: "Wir verstehen uns gut und haben Spaß bei der Arbeit." Zudem schätzt er am neuen Schulleiter, dass dieser entscheidungsfreudig ist, aber dabei auch auf die Argumente anderer hört. "Er kann zuhören, versteht das alles, aber am Ende trifft er die Entscheidung und hält den Kopf hin."

Klare Arbeitsteilung

Was die Schulorganisation anbelangt, herrscht eine klare Arbeitsteilung. Auch in ihrer Zielsetzung sind sich die beiden einig: Ihr Ziel ist es, dass die Schüler gern in die Schule gehen, dass sie sich hinterher gern an die PWS erinnern und dass ein gutes Miteinander zwischen Lehrern, Schülern und Eltern herrscht.

Hier wirkt sich natürlich die überschaubare Größe der Schule mit knapp 120 Schülern in sieben Klassen positiv aus. Man kann auf neue Gegebenheiten, gerade jetzt in der Corona-Situation, schnell und umfassend reagieren. Das zeigt sich etwa beim Distanzunterricht. Für die Lehrer war die dafür notwendige Ausrüstung vorhanden. Nachholbedarf gab es bei einigen Schülern. Hier bewährt sich der Privatschulcharakter. Der Schulträger mit Sitz in Bayreuth entscheidet bei Neuanschaffungen. Die Schule ist im Begriff, jeden Schüler, soweit nötig, mit den entsprechenden Geräten (Tablets) auszustatten. "Aber man muss auch die Lehrer dafür schulen", ergänzt Christian Koch. Beide begrüßen den Schub in Sachen Digitalisierung, befeuert durch die Corona-Zahlen.

Natürlich herrscht an der Privaten Wirtschaftsschule Lichtenfels nicht nur eitel Sonnenschein. "Unser Hauptproblem ist, dass die Wirtschaftsschule erst ab der 6. Klasse beginnt, im Gegensatz zur Realschule oder dem Gymnasium", stellt Jörg Mausolf fest. Momentan rekrutieren sich die Schüler damit in erster Linie aus Schulwechslern (unterforderte Mittelschüler, überforderte Gymnasiasten und Realschüler).

Dabei bietet die Wirtschaftsschule zwei Einstiegsmöglichkeiten: Die vierstufige Form startet mit der 6. Jahrgangsstufe als Eingangsklasse. Daneben gibt es noch die zweistufige Form ab der 10. Klasse; sie wendet sich in erster Linie an Schüler mit einem Hauptschulabschluss oder einem Qualifizierenden Hauptschulabschluss. Beide Schullaufbahnen haben zum Ziel, dass die Schüler den mittleren Bildungsabschluss (Wirtschaftsschulabschluss) erwerben.