Neben vielen Nachbarn und Freunden war am Donnerstagnachmittag auch Adelsdorfs Dritte Bürgermeisterin Sabina König (Grüne) nach Aisch gekommen, um Marianne Buckow zum 90. Geburtstag zu gratulieren.

Gerne erzählte die Jubilarin aus ihrem erfüllten Leben. Geboren und aufgewachsen ist sie in Stuttgart. Vater Anton Briel war Beamter und Mutter Luise Hausfrau. Ihr jüngerer Bruder ist vor zehn Jahren gestorben und der ältere, 92-jährige Bruder lebt in Stuttgart.

Marianne Buckows Schullaufbahn wurde 1944 jäh beendet, als der totale Krieg ausgerufen wurde. Man verschickte sie mit 14 Jahren aufs Land und später besuchte sie eine Frauenfachschule, wo in Ermangelung von Lebensmitteln statt Kochen Englisch und Französisch unterrichtet wurde.

Im Krieg hatte sie wenig Angst "Vor dem Bombenalarm sollten wir schnell in die Kirche, wo wir die Absolution erteilt bekamen, und dann ging es in den Wehrmachtsbunker. So beschützt hatte ich keine Angst", erzählt sie schmunzelnd. Später hatte sie eine kaufmännische Lehre begonnen, musste aber auch diese abbrechen, als die Mutter gestorben war. "Ich hatte mich ab sofort um meine beiden Brüder und den Vater zu kümmern", erinnert sie sich.

Aber bald fand sie Arbeit als Stenokontoristin in der Firma Perutz, einer "Filmfabrik". Dort lernte sie ihren späteren Mann Herbert kennen. Die beiden kamen sich schnell näher und dann war es auf einmal Liebe. Im November 1952 läuteten die Hochzeitsglocken. Die Söhne Jürgen - er wohnt heute in Erlangen - und Volker, der jetzt in Oberschöllenbach lebt, kamen zur Welt. Inzwischen ist Marianne Buckow stolz auf zwei Enkelsöhne und zwei Urenkel. Das dritte Urenkelkind hat sich für September angemeldet.

Seit 1979 lebten die Buckows im Eigenheim in Aisch. Die Hobbys der Jubilarin waren ihre Enkelkinder und sechs Patenkinder, aber Lesen steht bis heute an erster Stelle. "Ich bin dankbar, dass es noch geht", erklärt sie, auch wenn sich das Alter zunehmend bemerkbar mache. Marianne Buckow war früher nie ernsthaft krank und bis vor 15 Jahren hatte sie gerne und viel mit ihrem fünf Jahre älteren Mann die ganze Welt bereist. Ihr Mann ist vor zehn Jahren gestorben, die letzte große Reise hatte beide nach Amerika geführt.

Kampf gegen den Krebs

Am vergangenen Ostermontag ging es ihr so schlecht, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert wurde, und dort stellte man fest, dass ihr ganzer Körper bereits voller Metastasen war. "Ich bin ganz verkrebst", erzählt sie, ohne zu klagen.

Ihre Familie sorgte dafür, dass sie aus der Palliativstation in Höchstadt nach Hause konnte. Seitdem kümmern sich polnische Pflegerinnen abwechselnd um sie. Der mobile Palliativdienst kommt regelmäßig wie auch die Caritas.

"Was würde es mir helfen, wenn ich dauernd klage?", findet sie. Das Morphium ist jetzt ihr ständiger Begleiter und nimmt ihr die Schmerzen. Einige Bekannte können mit dieser Situation nicht umgehen, aber ihre besten Freundinnen bewundern ihre tapfere Einstellung, und für diese ist sie ein Vorbild. "Mein Haus und meine Besitztümer - alles nicht mehr mein Bier", findet sie. Ihr Wunsch für die kurze Zukunft ist es, einfach morgens mal nicht mehr aufzuwachen.