Dass der Angeklagte (39) unter einer massiven Suchtabhängigkeit leidet und bislang in seinem Leben nichts Vernünftiges zustande brachte, darüber gab es in der jüngsten Gerichtsverhandlung keinen Zweifel. Die entscheidende Frage drehte sich darum, welche Strafe den Mann dazu bringen könnte, zukünftig ein drogen- und straffreies Leben zu führen. Nach reiflicher Abwägung verurteilte ihn das Haßfurter Schöffengericht zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und ordnete die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Laut Anklageschrift ging es um einen Vorfall vom 24. Mai 2019. An diesem Tag hatte der Beschuldigte wie üblich bereits eine Flasche Wodka, zehn Flaschen Bier und mehrere Amphetamintabletten ("Speed") intus. Damals schlich sich der Drogensüchtige in der Nacht zwischen ein und zwei Uhr zu einem Elektrogeschäft mit Spenglerei in einem Ort im Maintal.

Zuerst versuchte er, eine Stahltür aufzuhebeln. Als ihm das nicht gelang, ging er einige Schritte weiter zu einem Fenster. Dort hatte er mehr Erfolg. Als er endlich in dem Gebäude drin war, stellte er fest, dass er in einer dunklen Garage gelandet war. Eine Taschenlampe aber hatte er vergessen. Außerdem hatte er bei seiner Aktion so viel Krach gemacht, dass der über der Garage wohnende Eigentümer aufwachte und runterkam. Als der ältere Herr den Einbrecher sah, drohte er ihm mit einem Kantholz. Daraufhin nahm der Kriminelle Reißaus.

Es gelang ihm gerade noch so, sich auf sein Fahrrad zu schwingen und den nahe gelegenen Friedhof anzusteuern. Hier überwältigte ihn die Müdigkeit derart, dass er sich hinlegte und mitten auf einem Weg einschlief. Kurze Zeit später fand ihn dort einer der alarmierten Polizeibeamten. Die Uniformierten nahmen ihn fest und brachten ihn zur Polizeiinspektion in die Kreisstadt.

Vor Gericht legte der Angeschuldigte nun ein umfassendes Geständnis ab. Ein Sachverständiger erläuterte sowohl dessen Biografie und Persönlichkeitsstruktur als auch die Drogenabhängigkeit. Wie der Arzt ausführte, kommt der Angeklagte aus einem desolaten Elternhaus.

Inzwischen umfasst sein Vorstrafenregister sage und schreibe 19 Einträge. Verurteilt wurde er immer wieder wegen Diebstählen, Einbrüchen und Sachbeschädigungen. Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und wegen Körperverletzungen komplettieren die erschreckende Liste. Was seine Sucht betrifft, sprach der Psychiater von einer "Polytoxikomanie", die gleichzeitige Abhängigkeit von mehreren Suchtstoffen. "Er nahm, was er kriegte", so der Fachmann.

Einsicht gezeigt

In seinem letzten Wort beteuerte der Drogenabhängige, dass er die therapeutische Maßnahme unbedingt erfolgreich abschließen wolle. Er habe eingesehen, dass er so nicht weitermachen könne. Das Haßfurter Schöffengericht verurteilte ihn zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren. Die bereits angeordnete Unterbringung in der Psychiatrie wurde bestätigt. Da alle Verfahrensbeteiligten darauf verzichteten, Rechtsmittel einzulegen, wurde das Urteil sofort rechtskräftig.