Zum Bericht über die jüngste Gemeinderatssitzung in Untersteinach wird uns geschrieben: Freudestrahlend verkündete Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD) die frohe Botschaft von der bevorstehenden Einweihung der Ortsumfahrung noch im Dezember dieses Jahres.

Weniger fröhlich jedoch klang die ziemlich verklausuliert-schwurbelige Bürgermeister-Antwort auf die Frage von Gemeinderat Helmut Bergmann (WGU), was es denn mit der Ursache und Fortdauer des etwa 30 Meter langen Abwasser-Leitungs-Provisoriums bei der Schorgast-Brücke am Bahnübergang auf sich habe. Die bürgermeisterliche Erwiderung klang, als ob diese überirdische Abwasserleitung eine planmäßige Vorgehensweise im Rahmen des Umgehungsbaus wäre; und gleichsam wie wenn durch die öffentliche Bekanntgabe dieser Peinlichkeit das Wohl der Allgemeinheit die Bevölkerung vielleicht verunsichert werden könnte.

Tatsächlich verhält es sich nämlich folgendermaßen: Die schon seit geraumer Zeit vor dem Kanalbau des Abwasserzweckverbands (2001/2004) vorhandene gemeindliche Abwasserleitung von der Seer Straße zur früheren kommunalen Kläranlage wurde im Januar 2017 beim Einbringen eines Stahl-Stützpfeilers für die Umgehungs-Baustellen-Behelfsbrücke über die Steinach in Richtung Schützenheim unplanmäßig lädiert.

Diese Beschädigung erfolgte deshalb, weil für eben diese Leitung keine Pläne vorgelegt werden konnten und somit die tatsächliche Lage der gemeindlichen Abwasserleitung für die bau-ausführende Tiefbau-Firma nicht erkenntlich war - im Fachjargon: "Dumm gelaufen!"

Die beschädigte gemeindliche Abwasserleitung wird seitdem nunmehr durch ein "Provisorium" (errichtet im Januar 2017 von der Firma Drechsler Umweltschutz KG, Kulmbach) auf einer geschätzten Länge von insgesamt ca. 30 Metern ersetzt [siehe die beigefügten Fotos]: Dieses Rohr ist übrigens - wegen der Frostgefahr, weil es ja oberhalb der Erdoberfläche verläuft - sogar elektrisch beheizbar.

Die Kosten in bislang nicht bekannter Höhe für die Wiederherstellung der beschädigten Abwasserleitung wird übrigens schließlich das Staatliche Bauamt übernehmen.

So ist also unser wunderschönes Dorf seit Jahren in den unbeabsichtigten Genuss eines weiteren Alleinstellungsmerkmals gelangt, das den vorbei ziehenden (Fahrrad-)Wanderern, aber auch den unaufgeklärten Einheimischen, gewiss schon manches Rätsel aufgegeben hat ...

Bernhard Herrmann

Untersteinach