"Es wurde höchste Zeit, dass wir uns wiedersehen", so begrüßte Dekan Johannes Reinsch die Gläubigen - unter Einhaltung des Hygienekonzepts mit Registrierung und Mundschutz - auf der Wiese neben dem Glockenturm vor der Pfarrkirche St. Paul. "Mit einem Schlag hat sich alles verändert, nichts ist wie es früher immer war. Nichts ist mehr selbstverständlich, auch nicht der Sonntags-Gottesdienst. Was wir haben ist ein Geschenk und die Gnade Gottes, und aus Dankbarkeit feiern wir den Gottesdienst", stellte der Geistliche in seiner Ansprache heraus.

Die Thematik des Lockdowns und den Lockerungen spitzte Reinsch bewusst nur an und wollte dies nicht zu seinem Hauptthema seiner Worte machen. "Ich bin schon geplättet und sehr zufrieden, auch wenn so ein Gottesdienst natürlich etwas anders abläuft. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen", gestand er und verabschiedete die Pfarrgemeinde mit der Hoffnung, dass auch am Fronleichnamstag (statt der Prozession) eine Messe durchgeführt werden kann. Dass die Atmosphäre sehr feierlich und entspannt war, hatte einerseits mit der guten Organisation, aber auch mit dem Wettergott zu tun. So fand der kirchliche Wiedereinstieg bei strahlendem Sonnenschein statt.

Desinfektionsmittel neben dem Altar, genutzt vor dem Austeilen der Kommunion, die mit Mundschutz verteilt wurde, Gesang der Gläubigen mit Maske, ein elektronischer Synthesizer anstatt der gewohnten Orgel - allesamt notwendige Maßnahmen, die man sich vor einem Vierteljahr nicht denken konnte. Gottesdienst als Selbstverständlichkeit - das ist Vergangenheit. Für die Strullendorfer Pfarrei war der Pfingstgottesdienst gefühlt eine Art "Befreiung". Die Dankbarkeit war spürbar, was auch der sonst nicht übliche Applaus nach der Messe beweist.