Bernhard Panzer Zwölf der 13 Punkte, die der Stadtrat im öffentlichen Teil seiner Sitzung am kommenden Donnerstag ab 18 Uhr im Vereinshaus berät, sind schon in Ausschüssen ausgiebig vorbehandelt worden. Für einen Teil der Stadträte wird es also ein Déjà-vu-Erlebnis werden. Die Empfehlungsbeschlüsse sind weitgehend unstrittig getroffen worden, der Stadtrat muss das nun bestätigen.

Stadtumlandbahn und Aurachtalbahn, die Energiewende und das neue Wohngebiet "In der Reuth" sowie Maßnahmen für die Städtebauförderung - all das ist bereits im Planungs- und Umweltausschuss vorberaten worden. Und über den Kostenrahmen des Großprojekts Pfarrzentrum St. Josef Niederndorf wurde der Haupt- und Finanzausschuss informiert.

Neu im Stadtrat ist am Donnerstag lediglich eine Vergabe zum Kindergarten Reihenzach. Auch das wäre im Grunde ein Thema für den Ausschuss, doch aus Zeitgründen soll der Stadtrat beschließen, damit es zügig weitergehen kann.

Im Folgenden sind die Themen der Tagesordnung aufgelistet, wie sie sich in den Empfehlungsbeschlüssen aus den Ausschüssen präsentieren. 1     Stadt-Umland-Bahn  (Ta-   gesordnungspunkt 1). Die Voruntersuchungen der Trassenführungen sind abgeschlossen und sollen nun, was den Bereich Herzogenaurach betrifft, vom Stadtrat abgesegnet werden. Damit kann das Vorhaben in die Leistungsphase 3 gehen.

Im Planungs- und Umweltausschuss führte einzig die Gestaltung rund um die Haltestelle Puma Way für Diskussionen. So wurden unterschiedliche Ansichten darüber geäußert, ob denn der Kreisverkehr ("Pumakreisel") tatsächlich erhalten werden soll. Darauf zielen die Planungen ab, stattdessen hätte es als Alternative einen vierarmigen Knoten geben müssen. Den Bericht erstatten Geschäftsleiter Daniel Große-Vers-pohl und Technischer Leiter Florian Gräf. Im Ausschuss (Dauer: 49 Minuten) gab es die Gegenstimmen der beiden Freien Wähler.

2     Aurachtalbahn   (Tages-

ordnungspunkt 12). Es werden derzeit die Vergabeunterlagen für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie vorbereitet. Vom Büro BPV aus Koblenz werden Maike Hommer und Matthias Kurzeck erwartet. Bereits im Planungsausschuss wurde die Debatte ausführlich im nichtöffentlichen Teil weitergeführt. Die Dauer der öffentlichen Beratung im Ausschuss betrug 38 Minuten.

3 Pfarrzentrum St. Josef       Niederndorf (Tagesordnungspunkt 2). Nach dem Haupt- und Finanzausschuss wird der Kostenrahmen des Neubauprojekts nun auch im Stadtrat behandelt. Auch hier wird ein Bericht erstattet, erwartet wird der Bamberger Architekt Frank Sieber. Gegen den Kostenrahmen von 12,6 Millionen Euro gab's nach kurzer Diskussion keine Gegenstimme.

4    Energiewende (Tages-

ordnungspunkt 4). Die Klimaschutzbeauftragte Mignon Ramsbeck-Ullmann berichtet über die Maßnahmen, die die Stadt Herzogenaurach im Rahmen des Energy Awards im kommenden Jahr plant. Außerdem gibt sie einen Überblick über den derzeitigen Stand. Diese Berichte werden alljährlich gegeben. In diesem Jahr erfuhr die Debatte im Planungs- und Umweltausschuss eine extra Würze: Es lag ein offener Brief der sogenannten "Klimaaktivisten" vor, die einen Forderungskatalog erstellt hatten. Diesen durfte Agenda-Mann Johannes Kollinger kurz vortragen. Die Hauptforderung nach einer eigenen Stabsstelle im Rathaus, also nach einem "Amt für Nachhaltigkeit", wie es die grüne Stadträtin Retta Müller-Schimmel formulierte, will die Stadt jedoch nicht erfüllen. Die Debatte im Ausschuss nahm 78 Minuten in Anspruch, es gab von Konrad Körner (Junge Union) eine Gegenstimme.

5 Wohngebiet "In der        Reuth" (Tagesordnungspunkte 5 bis 10 sowie 13). 850 Menschen sollen im neuen Wohngebiet nahe der Fachklinik künftig wohnen, mit dem Satzungsbeschluss des Bebauungsplans geht eine mehrjährige Diskussion und Bürgerbeteiligung zu Ende. Umfangreich sind auch die Anmerkungen und Einwände, die jetzt abgegeben worden sind und zunächst im Planungs- und Umweltausschuss behandelt und abgestimmt wurden.

Darunter ist auch ein Antrag der benachbarten Anwohnergemeinschaft, die forderte, dass ein paar große Wohnhäuser weniger Geschosse erhalten sollten. Gleichen Inhalt hat ein Antrag der CSU, der im Ausschuss knapp abgelehnt wurde und nun im Stadtrat erneut zur Abstimmung kommt. Die Beratung im Ausschuss über das Wohngebiet nahm 64 Minuten in Anspruch. Mitarbeiter des Nürnberger Büros Vogelsang erläutern die Haltungsweise der Planer und der Verwaltung.

6     Städtebauförderung (Ta-    gesordnungspunkt 11). Nur kurze Zeit nahm im Ausschuss der Beschluss über die Anmeldung verschiedener Punkte zum Förderprogramm "Lebendige Zentren" in Anspruch. Der Beschluss im Stadtrat gilt als Formalie.

7 Kita Reihenzach (Tages-      ordnungspunkt 3): Ein neuer Punkt, es geht um die Steuertechnik des Neubaus. Erfreulich: Die Auftragssumme liegt günstiger als die Kostenberechnung.