Als drohendes Mahnmal gegen den Verlust wertvoller Ortseingrünung recken am nördlichen Ortsrand von Erlach vier einst mächtige Eichen ihre kahlen Äste in den Himmel. Aus welchen Gründen auch immer haben diese Riesen an der Hauptstraße ihre Vitalität eingebüßt. Nun stehen sie auf Privatgrund als Sicherheitsrisiko am Wegrand. Die Chancen, die Bäume fällen zu dürfen, sind nach Informationen unserer Zeitung wohl gestiegen. Vergebens hat die Marktgemeinde Hirschaid um den Erhalt der Bäume gekämpft, einen Baumgutachter eingeschaltet und auch schon mal einen Rückschnitt veranlasst.
Von den 36 Gemeinden des Landkreises Bamberg hat nur Litzendorf eine Baumschutzverordnung erlassen. Darüber hinaus können einzelne Bäume lediglich als Naturdenkmal geschützt werden oder durch Vereinbarungen zwischen der Gemeinde und Grundstücksbesitzern. Dies ist im Falle der vier Eichen, die auf zwei nebeneinander liegenden, mit Wohnhäusern bebauten Grundstücken an der Erlacher Hauptstraße stehen, der Fall. Gerettet hat das die Bäume offenbar nicht.


Bäume bewusst geschädigt

Nach Ansicht von Stefan Endres vom gemeindlichen Bauamt wird sich der Marktgemeinderat mit dem weiteren Verfahren zu beschäftigen haben. Aus dem erstellten Baumgutachten geht laut Endres hervor, dass die Bäume vermutlich durch "Einwirkung Dritter" geschädigt worden seien. Ob man der Ursache dieses Baumsterbens noch genauer auf den Grund gehen will, ist offen.
Will man nicht warten, bis durch herabfallende Äste Schaden entsteht, müsste jetzt ein Antrag auf Fällung der Bäume bei der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Bamberg gestellt werden, erklärt Silke Stahlmann, die dort als Naturschutzfachkraft zuständig ist. Im Sommerhalbjahr muss bei solch alten Bäumen geprüft werden, ob brütende Vögel oder eine Fledermauskolonie gefährdet werden. Die Verkehrssicherheit hätte aber Vorrang.
Der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landschaftspflege, Uwe Hoff, trauert der Gelegenheit nach, solche Bäume durch einen in Gemeindeeigentum verbleibenden Grünstreifen zu sichern. Stattdessen sei bis an die Bäume heran asphaltiert und betoniert worden. Alte Bäume würden durch spätere Oberflächenversiegelung, durch Kanal- und Leitungsverlegung oder den Fundamentbau oft in Mitleidenschaft gezogen. Mitunter werde die wasserführende Bodenschicht durchschnitten und geraume Zeit später seien die Folgen am Baum unübersehbar. Für Schäden, die durch Bäume entstehen, haften die jeweiligen Eigentümer, gibt Hoff zu bedenken.