"Es wäre bestimmt wieder sehr schön geworden, eine Fülle von kreativen Köpfen und Händen - Zeugen also unserer schöpferisch tätigen LQN-Gemeinschaft ohne Grenzen, aber doch hauptsächlich aus dem Gebiet unserer sechs Gemeinden Enchenreuth, Grafengehaig, Kupferberg, Marktleugast, Presseck, Stammbach - zu präsentieren." In einem Brandbrief an alle in den vorangegangenen Jahren Mitwirkenden und Sponsoren sagt Edina Thern, die Organisatorin der alljährlichen Veranstaltung im Oberland, die 12. LQN-Kulturnacht, die an diesem Wochenende hätte stattfinden sollen, für dieses Jahr ab.

Auch Laienkünstler betroffen

Vom Shutdown, jetzt Lockdown, zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind nicht nur hauptberufliche Künstler betroffen, die in diesem Jahr Einzelauftritte und auch ganze Tourneen absagen mussten, damit auf den ihnen zustehenden Lohn verzichten und gegebenenfalls wenigstens um die Gewährung eines Existenzminimums nachsuchen müssen.

Betroffen sind auch die vielen nichtkommerziellen Veranstalter und Laienkünstler, die neben ihrem normalen Broterwerb das kulturelle Leben gestalten.

Rechnungen zu bezahlen

Und betroffen sind auch die Vereine, die Räume und ganze Häuser auf eigene Kosten geschaffen haben und unterhalten.

Sie tun dies zwar ohne Gewinnabsichten, aber dennoch haben sie laufende Rechnungen zu bezahlen, die sie mit gelegentlichen Einnahmen und Spenden bei diversen Veranstaltungen in ihren Räumen unter normalen Umständen zumindest teilweise bestreiten könnten.

Betroffen sind außerdem auch diejenigen, die sich mehr oder minder im stillen Kämmerlein mit Leidenschaft ihrer Kunst widmen und sich bei Veranstaltungen wie zum Beispiel der traditionellen Langen LQN-Nacht wenigstens einmal im Jahr mit "Ihresgleichen" austauschen könnten. Auch die Vorbereitung solcher einmaligen Begegnungen ist immens aufwendig: "Die Monate vorher wären voll gespickt gewesen mit Vorbereitungen, Planungen, Fahrten, Besuchen, Proben, Gesprächen, Erwägungen, wer macht was, minutengenauer Programmzusammenstellung, Plakate, Handzettel, Tische stellen, schmücken, Bar ausräumen und zum Lesezimmer verkleiden, Stoffe her, Kerzen her, Licht gemütlich, Stühle stellen, Bilder aufstellen, Bühne herrichten in Schwarz, Drahtseil spannen, für die verschiedenen Darbietungen farbige Stoffe und Elemente bereitlegen, so dass die Bühne in Windeseile verwandelt werden kann, Mikro, Lautsprecheranlage, Licht", reißt Edina Thern den ganzen Aufwand an, der auch für nichtkommerzielle Veranstaltungen unter normalen Umständen - und das auch oft unbemerkt - hinter den Kulissen geleistet wird.

Glanzvolle Vorstellung erhofft

"Hätte alles wieder so geklappt, wie geplant." Sie zeigt sich dennoch zuversichtlich: "Im Sinne von all den Künstlern, die gerne wieder dabei gewesen wären, erwarten wir eine glanzvolle Vorstellung im nächsten Jahr."