Das Nebenzimmer der Gastwirtschaft Hellmuth war bei der Bürgerversammlung bis auf den letzten Platz gefüllt. Eindrucksvoll trug der Leiter des Kreisbauhofes, Heiko Tremel, die Straßenbaupläne des Landkreises in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Staffelstein vor.
Der Leiter des Kreisbauhofes untermauerte die Absicht des Landkreises auf den Vollausbau der Kreisstraße LIF 7 im Bereich der Döringstadter Straße. Weiter sollen die maroden Regenabflussrinnen innerorts entlang der Straße Am Dorfanger erneuert werden. Bürgermeister Jürgen Kohmann warb für den Bau des 270 Meter langen Gehweges entlang in der Döringstadter Straße, der in Zuständigkeit der Stadt fällt. Es greife hier die Straßenausbausatzung. Weil es sich um eine Hauptverkehrsstraße handelt, würden die Anlieger nur zur Hälfte an den Kosten beteiligt. Noch in diesem Jahr werde mit jedem Anlieger gesprochen.
Eine Thematik, die die Bewohner an den Ortseinfahrten sowohl in der Döringstadter Straße wie auch aus Richtung Nedensdorf beschäftigt, brachte Philipp Hensel zur Sprache: "Wir wohnen am Ortsende Richtung Döringstadt. Überhöhte Geschwindigkeiten bei ein- sprich auffahrenden Autos stellen eine Gefahr dar. Kann dem beim Vollausbau der Straße entgegengewirkt werden?", fragte er. Heiko Tremel erläuterte, dass eine Verschwenkung geprüft werde. Landrat Meißner ergänzte, dass die Problematik bekannt sei. Er nehme aus Wiesen mit, dass eine Entschleunigung in der Döringstadter Straße dem Wunsch der Bürgerschaft entspreche.
Tremel ließ noch wissen, dass bei der Umsetzung des Vollausbaus eine Vollsperrung der Kreisstraße anstehe. Abstimmung und Konsens mit den Betroffenen, was die Anfahrt zu ihren Grundstücken angeht, sei dem Landkreis und der Stadt Bad Staffelstein wichtig. Bürgermeister Kohmann ergänzte noch, dass beim Vollausbau Glasfaserkabel für schnelles Internet mitverlegt würden.
Der Ausbau hält bis zu 50 Jahre, meinte Heiko Tremel. Damit verbunden hält man seitens des Landkreises und der Stadt Bad Staffelstein einen Umbau der Einfahrt aus Richtung der Gastwirtschaft Hellmuth in die Kreisstraße nicht mehr nur für zeitgemäß, sondern es gelte auch über eine Entschärfung der Gefahrensituation bei der Einfahrt in die Kreisstraße nachzudenken. Der Gedanke, die Einfahrt mittig zu platzieren und seitlich einen Gehweg anzulegen bzw. Grünflächen fand bei den Wiesenern Zustimmung. Eine Aufwertung des Ortsbildes und mehr Sicherheit für Fußgänger stünden in Aussicht. Die Linde im jetzigen Areal wird bei einer Umsetzung weichen müssen. Bei einer Umsetzung wird eine neue Grünfläche gestaltet: "Wir pflanzen wieder einen Baum, den ich auch spendiere", versprach der Landrat.
Seit mehreren Jahren sehen sich Landkreis, Stadt und letztendlich die Deutsche Bahn mit Argumenten der Ortsbewohner konfrontiert, dass durch den Bau der ICE-Trasse die Überflutung der Kreisstraße LIF 20 zwischen Wiesen und der Mainbrücke früher stattfindet und länger anhält. Heiko Tremel zeigte zunächst auf, dass der Hochwasserdamm, den die LIF 20 quert, vom Wasserwirtschaftsamt erhöht werden soll, ähnlich der Hochwasserfreilegung in Michelau. Die Anhebung der Kreisstraße im besagten Bereich um 50 bis 60 Zentimeter liege ganz sicher auch im überörtlichen Interesse, sagte Landrat Meißner. Wohlwollend nahm die Versammlung zur Kenntnis, dass die Verantwortlichen über die Befestigung eines Banketts entlang der Straße nachdenken.