von unserem Redaktionsmitglied Peter Seidel

Bamberg — Es wird ein historisches Duell. Noch nie haben sich zwei Bamberger Mannschaften in einem Spiel der Fußball-Bayernliga gegenüber gestanden. Nicht nur deshalb dürfte es heute Abend (18 Uhr) bei der DJK Don Bosco in Wildensorg einen neuen Zuschauerrekord geben, wenn der Aufsteiger den Lokalrivalen vom FC Eintracht Bamberg 2010 empfängt.
Nach 19 Jahren gibt es endlich wieder einmal ein Bamberger Derby, auf das die Spieler aus beiden Vereinen hinfiebern. "Auf jeden Fall freue ich mich aufs Stadtderby, denn es ist etwas ganz Besonderes. Zudem wünscht man sich auch als Spieler eine große Kulisse", sagt Daniel Schäffler vom FC Eintracht. Auch Markus Fischer, Kapitän der DJK Don Bosco, meint: "Wir gehen mit Freude ins Derby, sind gut drauf und brauchen uns nicht zu verstecken. Doch Sprüche klopfen bringt nichts, entschieden wird das Spiel auf dem Platz." Fischer ist einer von mehreren Spielern mit FCE-Vergangenheit, was dem Derby zusätzliche Brisanz verleiht. Auch Christoph Kaiser, Johannes Wolfschmidt, Stefan Reck, Christopher Kettler, Matthias Kühhorn und Marco Schmitt trugen schon das Trikot der "Violetten". Und mit Gerd Schimmer steht bei den "Gelb-Grünen" ein Trainer an der Seitenlinie, der noch vor einigen Jahren beim FCE als Sportlicher Leiter tätig war.
Zurzeit steht Schimmer mit seinem Team in der Tabelle überraschend vor ihrem vor Saisonbeginn hoch gehandelten Lokalrivalen. Zehn Punkte holte der Aufsteiger aus den bisherigen acht Spielen und ist damit Zehnter. Der Regionalliga-Absteiger weist als Tabellen-13. einen Zähler weniger auf. "Wir sind vier, fünf Punkte hinter dem Soll und haben uns mit der Niederlage in Burglengenfeld und dem Unentschieden zuletzt gegen Jahn Forchheim selbst unter Druck gesetzt. Wir müssen schauen, dass wir endlich Konstanz reinbringen", meint Mathias Zeck. Für den FCE-Vorsitzenden hat der heutige Derbygegner "in der öffentlichen Wahrnehmung" die Außenseiterrolle inne, und Don Bosco nimmt diese dankend an. "Schon von den Namen her ist der FCE weitaus stärker besetzt als wir. Und er hat ja auch ganz andere Ziele als wir", sagt DJK-Abteilungsleiter Rainer Schmidt.
Beide Stadtrivalen können nicht ihre Bestbesetzung aufbieten. Beim Aufsteiger fehlen weiterhin die verletzten Stefan Reck und Tobias Eichhorn, hinter dem Einsatz von Henrik Schwinn steht ein Fragezeichen. Beim FCE fällt, neben den Langzeitverletzten, Sebastian Schäferlein ein weiteres Mal aus. Fraglich ist, ob Victor Gradl nach seinem Ellenbruch wieder einsatzfähig ist. Erstmals nach seinem im Mai erlittenen Kreuzbandriss steht voraussichtlich Angreifer Nicolas Görtler wieder im Kader.
DJK Don Bosco Bamberg: Horcher, Kühhorn - M. Fischer, Hoffmann, G. Jessen, J. Jessen, Kaiser, Kettler, Kraus, Krause, Mönius, Rosiwal, Schmitt, Schmoll, Schnitzer, Schütz, Schwinn, Strobler, Wolfschmidt
FC Eintracht Bamberg: Hoh, Retzlaff - Altwasser, Jerundow, Mekic, Spieß, Göbhardt, Haas, Ljevsic, Niersberger, Schäffler, Schraufstetter, Strohmer, Trautmann, Kane, Seybold, Gradl (?), Görtler (?)