Charlotte Wittnebel-Schmitz Beim Blick auf die Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung, entsteht der Eindruck: In Nüdlingen wird einiges gebaut: Sei es die neue Grundschule oder die Sozialwohnungen. Die Räte stimmten in der Sitzung zudem zahlreichen Anträgen Nüdlinger und Haarder Bauherren zu, die ihre Garage verlängern oder einen Wintergarten bauen wollen.

In der Turnhalle der Schlossbergschule fiel am Dienstagabend der Beschluss, die Schlossbergschule neu zu bauen. Damit ist eine Generalsanierung der Schule endgültig vom Tisch.

Am 27. Juni hatte ein Workshop des Gemeinderates mit dem Architekturbüro Perleth stattgefunden. Die Anwesenden hatten sich darauf verständigt, dass ein Neubau einer Sanierung vorzuziehen sei (wir berichteten).

Auf einen genauen Standort müssen sich die Mitglieder des Gemeinderates noch einigen. Die Tagesordnung forderte diesbezüglich noch keinen endgültiger Entschluss, dennoch entbrannte unter den Gemeinderäten eine erneute Diskussion.

Dabei ging es vor allem um die Frage, ob ein Neubau auf einem benachbarten Kirchengrundstück eine gangbare Alternative sei. Das Problem: Es ist noch nicht geklärt, ob die Diözese den "Kirchacker", also das Grundstück neben dem Sportplatz, überhaupt verkaufen würde. Ein Vorteil: Ein dortiger Bau hätte alle strukturellen Vorteile eines Schulneubaus. Und: Der Schulbetrieb würde während der Baumaßnahmen nicht gestört.

Standortfrage auch eine Zeitfrage

Sebastian Schäfer (SPD) sagte, er favorisiere den Kirchacker als Standort und plädierte dafür, das alte Schulgelände für Wohnungsbau zu nutzen. André Iff (CSU) führte das "Zeitproblem" als Gegenargument an. Es werde mindestens ein bis zwei Jahre dauern, bis alle Fragen geklärt seien. Beim Neubau auf dem alten Schulgelände stellten sich dagegen keine baurechtlichen Fragen. Seiner Argumentation folgte Liane Hofmann (CSU). Sie verwies auf einen Workshopbeitrag von Anita Haub (Bürgerblock) und sagte: "Uns rennt die Zeit davon." Anita Haub und Burkhard Dietz (UWH) schlugen vor, dass die Diözese zumindest angerufen werden solle, damit geprüft werden könne, ob die Option dort zu bauen, überhaupt bestehe.

Was passiert mit der Turnhalle?

Uwe Beer (CSU), der am vorausgegangenen Workshop nicht teilgenommen hatte, ergänzte, dass es im subjektiven Empfinden der Bevölkerung nur einen Standort für die Schule gebe, nämlich den traditionellen. Außerdem warf er die Frage auf, wie die derzeitige Turnhalle der Schlossbergschule an die neue Schule angebunden werde. Harald Hofmann, 1. Bürgermeister, sprach sich in der Diskussion für den bisherigen Standort aus und ergänzte, er wolle die Turnhalle für Schulsport, Breitensport und gesellschaftliche Ereignisse erhalten.

Edgar Thomas (CSU) plädierte dafür, verbleibende Fragen zu klären, damit die Gemeinderatsmitglieder dann eine möglichst einstimmige Entscheidung träfen.

Unmut über lange Diskussion

Unter den Gemeinderäten gab es auch Unmut über die erneute Diskussion: Volker Schäfer (SPD) äußerte, er sei überrascht, dass erneut so intensiv diskutiert werde. Alles sei bereits am Samstag beim dreistündigen Workshop besprochen worden, für den die Gemeinderäte ihre Freizeit aufgewandt hätten. Es störe ihn, wenn die stattgefundenen Gespräche nur "Makulatur" seien. Ähnlich äußerte sich Stephan Schmitt (UWH). Er beantragte den Abbruch der Diskussion. Die Gemeinderäte beschlossen, die Standortfrage in einer künftigen Sitzung zu klären.

Schnell einigten sich die Räte bei der Frage, ob gelb oder grau die geeignete Farbe für den Außenputz der Sozialwohnungen sei. Matthias Kleinhenz vom Architekturbüro "mk Bauberatung" zeigte anhand von Mustern Gestaltungsmöglichkeiten für die Außenwand der Wohnhäuser, die in Nüdlingen am Wurmerich und in der Haarder Burgstraße entstehen.

Gelb oder grau?

Uwe Beer wies darauf hin, dass es zahlreiche Arten an Putzstruktur gebe. Fungizide Mittel, die der Entstehung von Algen und Moos an Hauswänden vorbeugen, seien meist nach einigen Jahren ausgewaschen. Da der Außenputz nicht so häufig gereinigt werde, solle man einen Farbton wählen, bei dem die Algen nicht so stark auffallen. Die Räte entschieden sich für die Farbe grau. Für die Farbgebung der Fliesen soll noch eine 3D-Animation erstellt werden, die der Architekt den Gemeinderäten in einer der nächsten Sitzungen vorstellen wird.

Mehr sehen und hören

Klaus Beck (Bürgerblock) hatte Mitte Juni einen Antrag auf bessere visuelle und akustische Darstellung in Bild und Ton während der Sitzungen gestellt. "Hinten hört man nicht, was vorne gesprochen wird." Ein Angebot, das die Nüdlinger Verwaltung einholte, ergab, dass pro Gemeinderatssitzung Kosten von etwa 1065 Euro entstehen würden. Die Räte entschieden sich deshalb dafür, weiterhin die vorhandene technische Ausstattung zu nutzen, bei Wortmeldungen Disziplin zu wahren und an die Mikrofone heranzutreten.