Die Lucas-Cranach-Schule Kronach hat sich längst auf den Weg zum so genannten digitalen Klassenzimmer gemacht. Der Stadtrat sorgte am Montag dafür, dass die Bildungsstätte weiter Fahrt aufnehmen kann.

"Das Gremium ist sehr aufgeschlossen, weil die Notwendigkeit erkannt ist", zog Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) eine Bilanz, nachdem die Räte einmütig zugestimmt hatten, die Haushaltsmittel (76 000 Euro bei rund 46 000 Euro Förderung) bereitszustellen.

Schulleiterin Carmen Nüchterlein und ihr Team für den Bereich Digitalisierung, Melanie Simon sowie Annelie Fritzsch, hatten zuvor in einer umfangreichen Präsentation dargestellt, warum die Schule auf den digitalen Zug aufspringen muss.

Auf einem guten Weg

Nüchterlein versicherte, dass bereits bei der Sanierung der Schule die Weichen entsprechend gestellt worden seien. Allerdings bleibe die Entwicklung weder in der Technik noch im Lehrplan stehen. Und mit dem Blick auf die Übertritte der Grundschüler an die weiterführenden Schulen bedauerte sie: "Manches, was erwartet wird, können wir zurzeit nicht leisten. Das muss ich knallhart so sagen, weil wir die Voraussetzungen nicht haben."

"Die Medien sind im neuen Lehrplan schon ganz konkret verankert", stellte Fritzsch fest, dass die Schule dem Thema gar nicht ausweichen kann. Simon zeigte derweil die Möglichkeiten der neuen Technik für den Unterricht auf und betonte: "Die Schule muss auf eine veränderte Welt reagieren." Zum Bildungsauftrag gehöre es eben auch, bei den Schülern eine Medienkompetenz zu schaffen. Es gehe nicht darum, sich für eine Seite - digital oder analog - zu entscheiden, sondern beide Aspekte im Unterricht einzubetten. "Es sollte klar sein, dass wir das Geld dafür in die Hand nehmen", unterstrich Jonas Geissler (CSU). Angesichts dessen, dass Nüchterlein von "einer Grundausstattung" sprach, fragte er sogar, ob der Haushaltsansatz nicht eventuell zu niedrig gegriffen sei. Angela Hofmann (CSU) sah in der Anschaffung ebenfalls einen Weg hin zu einer zeitgemäßen Unterrichtsgestaltung.

Frage der Finanzierung

Hans-Georg Simon (FW) erinnerte an die aktuell guten Fördermöglichkeiten, die zu einem späteren Nachrüst-Zeitpunkt vielleicht nicht mehr vorhanden seien. Wolfgang Hümmer (CSU) bat darum, aufgrund der rasanten technischen Entwicklungen auch ein Leasing-Modell für die Hardware zu prüfen.

Ralf Völkl (SPD) freute sich, dass die Schule so offensiv an das Thema herangeht und die Medienerziehung vorantreibt. Peter Witton (Grüne) befürwortete nicht nur wegen einer geringeren Belastung der Schüler durch das Bücherschleppen den Weg hin zum Tablet-PC, sondern auch, weil frühzeitig Ethik und soziales Verhalten im Internet geschult weren sollten. Martina Zwosta (FL) betonte, dass den Kindern auch beim Umgang mit moderner Technik eine Chancengleichheit geboten werden müsse. mrm