Alternativen
Er legt den Schwerpunkt auf Catering. "Da kann man planen und weiß, dass man was verdient", meint er. Schmitt ergänzt: "Richtig, denn ein normaler Gasthof hat nur sieben bis acht Monate Saison. Und auch am Sonntag weiß man nicht, wie viele Leute kommen. Ist es heiß, kommt keiner. Regnet es, kommt keiner oder es kommen zu viele Gäste." Marcus Müller erzählt, dass er viele Klöße vorbereitet hatte, nur wenige Gäste kamen, er aber Ärger mit den Behörden bekam, weil man nicht glaubte, dass er tatsächlich diese Menge verbraucht habe.
"Die Gäste wollen nicht warten und sie werden auch schnell aggressiv", sagt Müller und erzählt, dass man seiner Servicekraft geraten hatte, "etwas Gescheits" zu lernen. "Wenn wir was ‚Gscheits‘ gelernt hätten, hätte er daheim in der Küche stehen und selbst kochen müssen", kommentiert Müller und erzählt, dass Gastronomen auch an ihren freien Tagen arbeiten.
Keine Freizeit
Er selbst putzt montags zum Beispiel die Küche gründlich, da er am Sonntagabend einfach zu müde ist. In seinem Betrieb arbeiten noch seine Eltern und seine Ehefrau. "Da wird auch die Familienplanung zurückgestellt", sagt Müller. Schmitt nickt und meint: "Ich habe meine Kinder auch nicht groß werden sehen. Deshalb gönnen wir uns jetzt gemeinsame Urlaube, und das sogar im August."
Konkurrenz für die Gastronomie seien auch die vielen Vereinsaktivitäten, meinen die Beiden. Sie sind nicht die Einzigen, die Konsequenzen aus der aktuellen Situation gezogen haben. Mike Schmitt vom Nikl-Bräu in Pretzfeld zum Beispiel hat unter der Woche für Gruppen und Teilnehmer seiner Kurse offen. "Da kann auch jeder andere dazukommen und was trinken", sagt er. Freitags und samstags gibt es warme Küche. Dann kocht seine Mutter. Sonntags hat er mittlerweile geschlossen, denn sein Schwerpunkt liegt auf der Brauerei und den Seminaren.
Michael Ott vom Brauerei Gasthof Ott in Oberleinleiter gönnt sich mittlerweile ebenfalls zwei Ruhetage. Sein Alleinstellungsmerkmal ist eine traditionelle, aber auch kreative Küche.
Alleinstellungsmerkmal
Zum Beispiel kann man bei ihm Fleisch vom Duroc-Schwein probieren, das er von einem Züchter aus der Region bezieht. Ott versucht so viel wie möglich an regionalen Produkten in seiner Küche zu verwenden.