Gerold Snater Die Stadt Königsberg hat die Kriterien für die Errichtung neuer Photovoltaik-Freiflächenanlagen festgelegt. Im Stadtgebiet von Königsberg gibt es bereits ein paar dieser Solarparks auf Feldern.

Fakt ist, dass der Anteil der Anlagen in der Natur immer mehr zunimmt. Dabei sind es oft nicht nur kleine Unternehmer, sondern inzwischen auch des Öfteren große Investoren, die versuchen, mit neuen Großflächen-Photovoltaikanlagen Erträge einzufahren - ohne dass dabei für die Gemeinde bezüglich Steuern oder für den Bürger mit einer Rendite finanzielle Erträge erzielt werden. Des Weiteren zeichnen sich die Anlagen durch eine große Langlebigkeit aus. Sie führen zudem gegebenenfalls auch zu einer deutlichen Beeinträchtigung des Orts- und Landschaftsbildes.

Gründe, die den Stadtrat der Stadt Königsberg in seiner jüngsten Sitzung veranlasst haben, sich mit einschränkenden Vorgaben hinsichtlich der künftigen Errichtung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen im Stadtgebiet zu befassen.

Unbestritten ist die Tatsache, dass die Verwendung erneuerbarer Energien zukünftig für Kommunen äußerst wichtig ist. Deswegen wurde von Bürgermeister Claus Bittenbrünn bereits bei der Einführung des neuen Stadtrats im Mai 2020 angeregt, einen beratenden Ausschuss speziell für dieses Thema im Stadtrat einzurichten, der auch gebildet wurde.

Externe Investoren

Aufgrund der augenblicklich großen Nachfrage von externen Investoren zur Errichtung von großflächigen Photovoltaik-Freiflächenanlagen befasste sich die Stadt im Arbeitskreis "Erneuerbare Energien" ausführlich mit diesem Thema.

Das Ergebnis der Beratung wurde in der Stadtratssitzung am 24. November durch den Ortssprecher von Unfinden und Geschäftsführer der GUT Haßberge, Marco Siller, vorgetragen und erläutert - mit von ihm erarbeiteten Ergänzungen in Form eines Standortkonzepts für Freiflächenanlagen.

Bodenqualität berücksichtigen

Mit folgendem Ergebnis: Der Stadtrat sieht in den zunehmenden Anfragen von Investoren nach landwirtschaftlichen Grundstücksflächen die Gefahr, dass bei den Bürgern die Akzeptanz für eine örtliche Energiewende zunehmend verloren geht. Die Mitglieder des Rates waren sich dahingehend einig, dass der Stadtrat als Vertretung der Bürgerschaft insgesamt verpflichtet ist, das Interesse der eigenen Bürger an einer langfristigen, verträglichen und lokalen Energiewende zu wahren - gegen die immer weiter wachsenden Versuche zur Erzielung von schnellen Gewinnen mit möglichst großen Photovoltaikflächen durch auswärtige Großinvestoren.

Nach ausgiebiger Diskussion war das Gremium einstimmig der Ansicht, die Umsetzung von beantragten Bauleitplanungsverfahren zum Bau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen von folgenden Kriterien abhängig zu machen: Die Gesamtfläche einer Bebauung mit Photovoltaik-Freiflächenanlagen für die Stadt Königsberg wird auf insgesamt maximal 50 Hektar festgelegt. Dabei dürfen für einzelne Gemarkungen maximal zehn Prozent der landwirtschaftlichen Fläche überplant werden.

Vorgegeben werden im Standortkonzept als Kriterien die Beachtung naturschutzrechtlicher Aspekte sowie der gewichtete Mittelwert der Bodenzahl (Bonität) der Flächen von maximal 45 Wertpunkten, und der Ausschluss einer erkennbaren technischen Überprägung des Landschaftsbildes vom Ortsrand einer Gemeinde aus.

Bevorzugt werden Anlagen, die für die Gemeinde und die Gemeindebürger eine maximale Wertschöpfung vor Ort erbringen. Die Vorhaben werden als vorhabensbezogene Bebauungspläne aufgestellt.

Festgelegt wurde auch, dass die Stadt Königsberg die genannten Kriterien im regelmäßigen Abstand von zwei Jahren überprüft und gegebenenfalls an künftige Erfordernisse anpasst. Die Vorgaben wurden ohne Gegenstimme angenommen.