Die Jahresversammlung des Affalterthaler Schützenvereins im Gasthaus Dietel war geprägt von der Erkenntnis, dass immer weniger Vereinsmitglieder sich aktiv einbringen - zum Nachteil des Vereins, der die Räumlichkeiten stellt und dafür hohe Kosten trägt.
"Nur rund zehn Mitglieder beteiligen sich derzeit an Wettkämpfen auf Kreisebene", berichtete Schützenmeister Johannes Krones. Die geringe Beteiligung der Mitglieder zeige sich auch daran, dass erstmals kein Vereinsmeister im Luftgewehr ermittelt werden konnte. Der Grund: Es hatten sich lediglich zwei Schützen dazu angemeldet.


Hohe Kosten

Das Vereinsschießen mit der Luftpistole gewann Klaus du Maire, vor Torsten Schliffka und Philipp Beetz, der außerdem den Wanderpokal zum dritten Male gewann und ihn daher behalten darf.
Aufgrund der derzeit geringen Vereinsaktivitäten überlegt der Vorstand, einerseits nur noch die Mitglieder an den Bayerischen Sportschützenbund zu melden, die sich auch aktiv einbringen. Andererseits überlegt man, wie man die hohen Unterhaltskosten des Schützenhauses senken kann. "Wegen fünf Schützen, die regelmäßig im Winter trainieren (im Sommer ist kein Schießbetrieb), sind die 2500 Euro Unterhalt im Jahr zu hoch, meinte die Vereinschefin "Melli" Beetz leidenschaftlich.
Erschwerend komme hinzu, dass der Schützenbund seine Mitgliedsbeiträge erhöht, was ebenso die Vereinskasse weiter belastet. "Wenn wir so weitermachen", so der Vereinskassier Sebastian Beetz, "sind wir in zehn Jahren pleite, weil dann alle Rücklagen aufgebraucht sind."
Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU) sicherte zu, die Nebenkosten im Mehrzweckhaus, in deren Keller die Schützen ihr Domizil haben, auf den Prüfstand zu stellen und nach Ein-sparmöglichkeiten zu suchen. Eine andere Möglichkeit, so ergab die Diskussion, wäre die Erhöhung des Mitgliedsbeitrages um sechs Euro. Damit könnte man das Defizit auffangen.
Die Erhöhung müsste allerdings, so der frühere Schützenmeister Ulli Ummelmann, für die nächste Jahresversammlung explizit angekündigt werden. Wäre also frühestens nächstes Jahr möglich.
Wie gewinnt man bei der Bevölkerung Interesse am Schießsport? Diese Frage stellt sich der Vorstand seit Jahren. Er hat dabei unterschiedliche Aktivitäten entwickelt, um dem Bürgern diesen Freizeitsport näherzubringen. Hoffnungsfroh verlief vor einigen Jahren das Schießen mit einem Lichtgewehr, das bei der Jugend gut ankam. Als man jedoch Mitglieder für den Verein anwerben wollte, nahm keiner das Angebot an. Auch mit dem Bogen hat man schon Schnupperwettbewerbe veranstaltet.
Seit einiger Zeit geht der Verein mit drei Mitgliedern sogar an den Schießstand in Waidach, um dort mit scharfen Waffen zu schießen. Die Bereitschaft zum Einsteigen ist aber auch hier unter sehr begrenzt. "Vielleicht müsste man dafür mehr die Werbetrommel rühren", sagte Vereinsschütze Siegfried Dietel.


Keine Dorffeste

Viele Möglichkeiten gibt es nicht mehr, die Leute für das Vereinsleben zu animieren. Dazu komme noch, so Beetz, dass auch viele Dorffeste nicht mehr stattfinden und daher eine Einnahmequelle ausfalle.
Allen Anzeichen zum Trotz: Positiv verlief das Weihnachtsschießen. Mit 65 Teilnehmern, auch Nichtmitglieder durften mitschießen, war es sehr gut besucht, berichtete Schützenmeister Krones. Dabei wurde Armin Löhrl Gewinner des Bürgerpokals und die Vereinschefin zur Schützenkönigin gekürt. Für dieses Jahr haben sich die Schützen zusammen mit der Feuerwehr vorgenommen, die Kirschenkirchweih zwei Tage lang zu feiern. Reinhard Löwisch