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Kronach
Pflanzen

Die Pestwurz - ein wahres Multifunktionstalent

Für Abenteurer am Rodach-Beach hat sie das passende Accessoire, ist Refugium für Amphibien und Wasservögel, Medizin gegen den Schwarzen Tod und Delikatesse in japanischen Gourmet-Restaurants. Die Pest...
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Die Pestwurz festigt auf natürliche Art die Uferböschungen der Rodach, wie hier an der ehemaligen Steinmühle bei Zeyern.  Foto: Alexander Grahl
Die Pestwurz festigt auf natürliche Art die Uferböschungen der Rodach, wie hier an der ehemaligen Steinmühle bei Zeyern. Foto: Alexander Grahl

Für Abenteurer am Rodach-Beach hat sie das passende Accessoire, ist Refugium für Amphibien und Wasservögel, Medizin gegen den Schwarzen Tod und Delikatesse in japanischen Gourmet-Restaurants. Die Pestwurz (petasites hybritus) gehört schon seit "ewigen Zeiten" zu den segensreichen Wildpflanzen des Frankenwaldes.

Sie gedeiht prächtig auf den Feuchtbiotopen der Rodach und an den sumpfigen Ufern des Köstenbaches in der "Grünen Stube" des Frankenwaldes. Wie kaum ein anderes Gewächs ist die Bach-Pestwurz oder auch Rote Pestwurz mit ihren riesigen Laubblättern, die bis zu 150 Zentimeter hoch und 60 Zentimeter breit werden, die auffälligste aller einheimischen Wildpflanzen.

Schon zu Beginn unserer Zeitrechnung schätzten Griechen und Römer die Pestwurz als Heilmittel bei bösartigen Geschwüren. Im Mittelalter hatte die Pestwurz einen so hohen Stellenwert, dass sie sogar gegen die Pest einsetzt wurde, als letzter Hoffnungsschimmer im Kampf gegen den Schwarzen Tod. Die Alchimisten des 19. Jahrhunderts "zauberten" Tinkturen und Extrakte gegen Krämpfe und Allergien. In der modernen Medizin findet Pestwurz Anwendung bei Migräne, Heuschnupfen und Bronchialasthma.

Am Naturbad und Abenteuerspielplatz "Rodachauen" gehörten früher die Blätter der Pestwurz zur Standardausrüstung für alle großen und kleinen Abenteurer. In der Sommerfrische bewährten sich die Laubblätter als Sonnenhut und Regenschirm gleichermaßen. Auf dem zugewachsenen und unwegsamen Terrain finden heute geschützte Pflanzen, Lurche, Schlangen, Vögel und Insekten ein behütetes Refugium und einen vielfältigen Lebensraum.

Wegen ihrer Ähnlichkeit mit Rhabarber nennt der Frankenwäldler die Pestwurz mit etwas pelziger Zunge auch "Frankenwald-Rhabarber". Mehr Liebe zum Detail entfaltet da die japa-nische Küche. Dort werden die jungen Sprösslinge mit Tempura-Teig ummantelt und in hei-ßem Öl herausgebacken. Sie gelten als Delikatesse und sollen leicht bitter schmecken. Auf der Speisekarte stehen sie als "Fukino tou". Nach dem Motto: Bitter im Mund ist im Magen ge-sund.