Königsberg — Der Königsberger Michael Keim hat sich im Jahr 2007 als Spiel- und Theatertraining selbstständig gemacht. Seitdem hat der 51-Jährige eine Mission: Menschen mit Spielen zusammenzubringen.

Herr Keim, wenn Sie einen Erlebnistag für Kinder veranstalten, haben Sie meistens "nur" Holzspielzeug im Gepäck. Sind da manche Kinder enttäuscht?
Michael Keim Das habe ich noch nicht erlebt. Der Mensch will sich bewegen und Neues ausprobieren. Darauf zielen meine Spiele und Spielgeräte. Die meisten Fahrzeuge, die ich dabei habe, haben die Kinder noch nie gesehen. Aber die Kinder schauen sie an und wissen, was man damit machen muss. Das ist optimal.

Wie wecken Sie den Spieltrieb?
Die Formel lautet: Material zur Verfügung stellen, einen Impuls setzen und es laufen lassen. Das funktioniert. Am Anfang muss man ein bisschen Begeisterung wecken, sich dann aber zurücknehmen. Das heißt, ich mache die Kinder beispielsweise auf ein Knobelspiel neugierig, sage ihnen aber nicht, wie es funktioniert oder was sie tun müssen. Ich nehme mich zurück und ermutige sie. So haben die Kinder ein größeres Erfolgserlebnis.

Spielzeug- und Unterhaltungsindustrie haben dafür gesorgt, dass es in den Kinderzimmern blinkt und glitzert. Nehmen Sie diese Trends in Ihr Programm auf?
Nein. Ich verfolge den Trend, keinem Trend zu folgen und gerade alte, traditionelle Spiele und Spielzeuge wieder aufleben zu lassen. Es ist unglaublich, wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene darin aufgehen, mit Parketthölzern, Domino- oder Legosteinen etwas zu bauen.

Wie spielen Erwachsene?

Zurückhaltender. Erwachsene brauchen mehr Moderation und Motivation. Für sie habe ich unter anderem einen Knobeltisch mmit knapp 100 Rätselspielen dabei.

Das Interview führte
Katja Müller