Bernhard Panzer "Wir wollen den einzigen Biobauern in Herzogenaurach schützen". Mit diesen Worten machte sich Retta Müller-Schimmel von der grünen Fraktion stark für einen Landwirt, der durch das neue Wohngebiet "In der Reuth" starke Einschränkungen fürchtet. In seinem von einem Anwalt verfassten Einwand wird unter anderem gefordert, ein Grundstück aus dem Geltungsbereich zu nehmen, da es für den landwirtschaftlichen Betrieb erforderlich sei.

Die Stadt solle auf der auf dem Areal vorgesehenen Ausgleichsfläche einen Bereich vorsehen, den der Bauer nutzen könne, sagte die Grüne in der Stadtratssitzung. Dass er das als Biobauer im Sinne der Natur tut, sei schließlich unfraglich."Wir sollten unseren letzten Biobauern nicht kaputt machen", forderte die streitbare Ökopolitikerin. "Er verliert dort sieben Hektar und es gibt keine adäquaten Flächen." Fraktionskollege Marc Deavin ergänzte, dass die Familie seit über dreißig Jahren in Herzogenaurach sei.

Bürgermeister German Hacker (SPD) entgegnete, dass die Ausgleichsflächen genau definiert und für Landwirtschaft nicht geeignet seien. Die Stadt habe auch bereits etwas angeboten. Das sprach auch Konrad Körner (JU) an: "Es ist keine Enteignung, es gibt Angebote".

Retta Müller-Schimmel hofft, dass dennoch eine Lösung gefunden werden könne. Schließlich müsse der Bebauungsplan ja eine weitere Runde drehen. Möglich wäre eine Beratung zunächst im Planungsausschuss, oder gleich im Stadtrat im Dezember.