Im zweiten Anlauf hat es geklappt. In der Stichwahl am 29. März haben sich 57 Prozent der Burgwindheimer Wähler für Johannes Polenz als neuen Bürgermeister entschieden. 2014 war er mit der damals neu gegründeten Demokratischen Liste Burgwindheim (DLB) schon einmal angetreten, hatte gegen den Amtsinhaber und eine weitere Mitbewerberin respektable 34 Prozent erzielt, war mit der Liste - die drei Sitze erhielt - in den Marktgemeinderat eingezogen und wurde dort zum zweiten Bürgermeister gewählt.

Die Burgwindheimer Kommunalpolitik ist also für den 35-jährigen Diplom-Politologen, der als Beamter beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg arbeitet, kein Neuland. Als ehrenamtlicher Bürgermeister gilt es für Polenz nun, beides unter einen Hut zu bringen - und natürlich auch die Familie, die sich vor kurzem mit der Geburt einer zweiten Tochter vergrößert hat, nicht zu vernachlässigen.

Ehrenamt, Beruf, Familie

"Ich habe es so gut geplant, wie es geht", meint Johannes Polenz auf die Frage, wie er sich auf die neue und zusätzliche Herausforderung als Bürgermeister vorbereitet hat. Aktuell heißt das für ihn, dass trotz reduzierter Arbeitszeit in Nürnberg deutlich mehr als ein Vollzeitjob zusammenkommt. So sitze er abends noch oft im Rathaus und arbeite. Auch sonst investiere er viel Zeit in die Bürgermeistertätigkeit, in diverse Sitzungen und Abendtermine - und selbstverständlich ins laufende Tagesgeschäft. "Ich bin gerade voll ausgelastet", stellt er fest. Und das werde wohl so bleiben.

Dass die Gemeindeverwaltung nicht bei ihm im Rathaus sitzt, sondern in der Verwaltungsgemeinschaft mit Ebrach im dortigen Rathaus, mag manchen Weg etwas weiter machen. Doch Polenz ist trotzdem voll des Lobes für die Verwaltung, auf die er sich voll verlassen könne. Die Zusammenarbeit sei sehr gut, ebenso wie die mit seinem Ebracher Amtskollegen. Man wolle die Zusammenarbeit auf allen Ebenen stärken. Und beide Gemeinden seien in der VG auf Augenhöhe. Hilfestellung und Unterstützung bekäme er bei allen Dingen, in die er sich erst einarbeiten müsse.

Nahversorgung bleibt Thema

Keine lange Einarbeitungszeit verlangen vor allem die laufenden Geschäfte. Da ist, um nur ein Beispiel zu nennen, etwa die Verantwortung für 46 Hektar Gemeindewald. Zwar gibt es einen Bewirtschaftungsvertrag mit der Waldbesitzervereinigung, doch wenn, so wie derzeit, Probleme mit Käferbefall auftreten, muss ein Bürgermeister das natürlich im Auge behalten. Oder die Herausforderungen durch angefangene, angestoßene und anstehende Projekte.

Eine Lösung für die Nahversorgung zu finden, beschäftigt die Gemeinde schon seit längerem, da es im Ort keine Einkaufsmöglichkeit für Lebensmittel mehr gibt. Zwar sei man einer Lösung schon recht nah und auch in ständigen Verhandlungen. Doch noch müssen Einzelheiten geklärt werden. Es ist offenbar noch nichts in trockenen Tüchern.

Dorferneuerung steht an

Dann sind da noch die Pflichtaufgaben, wie etwa die Sanierung der Turnhalle. Und eben auch die große Kür: die Durchführung der Dorferneuerungen. Diejenige für den Kernort Burgwindheim befindet sich gerade in der Schlussphase der Entwurfsplanung. "Viel ist schon gemacht, es gibt aber noch viel zu tun", sagt Polenz. Die Umsetzung wird dann eine Aufgabe für Jahre werden.

Für Polenz ist das eine ganz wichtige Herausforderung. Denn er ist schon im Wahlkampf mit der Prämisse angetreten, das Gemeinschaftliche und das Dorfleben viel mehr in den Mittelpunkt zu rücken. Das fängt, ganz konkret, schon damit an, dass man zum Beispiel "die Grünpflege verstärkt und neue Spielgeräte aufstellt". Erste positive Reaktionen bestätigen das dem Bürgermeister. In diesem Sinne - und in weit größerem Umfang - sollen eben auch die Dorferneuerungen vor allem "die Lebensqualität erhöhen".

Lebensqualität findet und genießt Johannes Polenz jetzt schon in Burgwindheim: "Man kann hier aus dem Haus raus, sich aufs Fahrrad setzen und einfach losfahren." Radfahren führt er neben "Familie, Wandern, Lesen, Schwimmen und Kommunalpolitik" als eines seiner Hobbys an. Weil die Kommunalpolitik für ihn seit der Wahl wohl zu weit mehr als einem Hobby geworden ist, kommen Freizeit und Hobbys "derzeit leider etwas zu kurz". Immerhin komme er noch dazu mit der älteren Tochter im Hänger Rad zu fahren.