Die Abwassergebühr wird ab kommendem Jahr um zwölf Cent pro Kubikmeter teurer. Dieser Empfehlung des Finanzausschusses folgte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend.

Dazu hatte Kämmerer Tobias Müller von der VG Trebgast auch eine Kalkulation für die nächsten vier Jahre vorgelegt. Entscheidend für die Gebührenerhöhung waren nach den Worten von Bürgermeister Günther Hübner (CSU) die Kosten für die umfangreiche TV-Befahrung des gesamten Kanalnetzes, die mit rund 70 000 Euro zu Buche schlagen und ein Minus von 20 000 Euro in der Kalkulation verursachten.

Zwölf Cent je Kubikmeter

Zusammen mit der kalkulatorischen Abschreibung, den Zinsen und den Unterhalts- und Betriebskosten der Abwasseranlage entstehen Müller zufolge jährliche Kosten von rund 220 000 Euro, die von den Grundstückseigentümern zu tragen sind. Ausgehend von einem jährlichen Wasserverbrauch von 55 000 Kubikmeter errechnete sich eine Kanalgebühr von 2,09 Euro je Kubikmeter (bisher 1,97 Euro). "Wir liegen mit dieser Gebühr im Mittelmaß", sagte Hübner.

Die Neukalkulation hat auch eine Erhöhung der Grundgebühr zur Folge, die bei einem Wasserzähler mit einer Durchflussmenge bis zu vier Kubikmetern von vier auf sechs Euro erhöht wurde und für Wasserzähler mit einer höheren Durchflussmenge künftig 9,50 Euro (bislang acht Euro) beträgt.

Das war aber nicht die einzige Erhöhung, die der Gemeinderat am Dienstagabend beschließen musste. So wurde der Hebesatz für die Gewerbesteuer von bislang 330 auf 345 Punkte angehoben. Günther Hübner begründete dies mit "Spielregeln", die eine Stabilisierungsgemeinde wie Harsdorf beachten müsse: "Der Hebesatz muss dem Durchschnitt vergleichbarer Gemeinden entsprechen, um eine Stabilisierungshilfe überhaupt beantragen zu können." Die Hebesätze für die Grundsteuern A und B bleiben dagegen bei 400 und 370 Punkten. Die Änderung tritt mit dem 1. Januar 2021 in Kraft.

Recht umfangreich fiel der Bericht des Bürgermeisters über die Bauausschusssitzung am 14. November aus. So sei bei der Ortsdurchfahrt Haselbach zunächst ein Vollausbau in die Überlegungen einbezogen worden, insbesondere mit Blick auf die Errichtung einer neuen Stützmauer, doch jetzt werde nur eine Sanierung favorisiert. "Dabei sollen der Straßenbereich von Harsdorf kommend auf 4,75 Meter verbreitert und die Stützmauer in Richtung Zettmeisel mit Sandsteinquadern vervollständigt werden."

Wird Richtung Sandreuth gebaut?

Zur Saalrenovierung im Gemeindezentrum "Zur Tanne" war man sich Hübner zufolge im Bauausschuss einig, dass die Medienausstattung und die rauchdichte Türe im kommenden Jahr eingeplant werden. Die Malerarbeiten und die Seitenverkleidung sollen dagegen nochmals verschoben werden. Das weitere Vorgehen bezüglich der Bühne wolle man extra abklären.

In der Diskussion ist Laut Bürgermeister derzeit auch die Aufstellung eines Bebauungsplans in Richtung Sandreuth.

Zur Wasserversorgung und zum Fwo-Anschluss teilte Hübner mit, dass mit allen Eigentümern einvernehmliche Vereinbarungen abgeschlossen wurden. Planmäßig sei die LED-Umrüstung der Straßenbeleuchtung verlaufen.

Aus der nichtöffentlichen Sitzung berichtete Günther Hübner, dass die beiden gemeindlichen Wohnungen im Gesundheitsbahnhof wieder vermietet sind und ein neuer Mitarbeiter im Bauhof eingestellt worden ist.

Aktualisiert wird derzeit noch die Klimaerklärung, mit der die Gemeinde im neuen Jahr an die Öffentlichkeit treten will. "Wir wollen uns als kleine Gemeinde nicht als wichtig erachten, sondern wir wollen das, was wir an Anlagen besitzen, auch verteidigen und schützen."

Hübner meinte damit die Windkraftanlage bei Altenreuth und die Photovoltaikanlagen auf den Dächern. Es sei keine weitsichtige Bundespolitik, wenn die Anlagen nach ihrer Laufzeit nicht weiterbetrieben werden können.

Der Bürgermeister gab noch bekannt, dass die Gemeinde für die früheren Räume der VR-Bank einen Nachmieter gefunden hat. Der Defibrillator sei an die Frontseite des Bräuhauses am Gemeindezentrum angebracht worden.

Die Öffnung erfolge über die Leitstelle, auch ein Notruf könne abgesetzt werden. Die Kosten von 2500 Euro sei durch zwei Spenden gedeckt.

Erfreulich sei, dass die Gemeinde Harsdorf erneut eine Stabilisierungshilfe von 120 000 Euro erhalten habe, schloss Hübner seine Ausführungen.

Glückwünsche zum 65.

Zweiter Bürgermeister Manfred Zapf (CSU) hatte Günther Hübner zu Beginn der Sitzung Bürgermeister auch im Namen des Gemeinderats nachträglich zum 65. Geburtstag gratuliert und ein Geschenk überreicht. "Du hast die Gemeinde Harsdorf in den letzten Jahren ein Stück vorwärts gebracht", würdigte Zapf die Arbeit des Bürgermeisters.