Hat das Eberner Krankenhaus eine Zukunft, und wie könnte die aussehen? Das war Thema mehrerer Gespräche, die Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann und die SPD-Stadtratskandidaten bei ihrem Besuch in der Krankenhaus-Caféteria mit Patienten und Besuchern führten.

Hennemann, als Kreisrat auch Mitglied im Verwaltungsrat der Haßberg-Kliniken, zeigte sich vorsichtig optimistisch, wie aus einer Mitteilung der Eberner SPD hervorgeht. Das Haus Ebern wurde bereits für Altersmedizin gezielt ausgebaut. Mit der Palliativstation und stärkerem Fokus auf ältere Patienten wird versucht, sich für die Zukunft aufzustellen.

Jürgen Hennemann berichtete von seinem Vorstoß im Verwaltungsrat, stationäre Versorgung mit Kurzzeitpflege im Haus Ebern anzubieten. Das wurde nach seiner Aussage von der Klinikleitung und Landrat Wilhelm Schneider (CSU) aufgegriffen und mehrere Schreiben losgeschickt, darunter auch an Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). "Es freut mich ganz besonders, dass die Idee jetzt auch von der Gesundheitsministerin aufgenommen wurde und ein Pilotprojekt Kurzzeitpflege im Krankenhaus versucht werden soll, wie ich es vorgeschlagen hatte", sagte Jürgen Hennemann. Nur so könne für die Zukunft eine Gesundheitsgrundversorgung in kleinen Krankenhäusern auf dem Land erhalten werden und zusätzlich ein immer größerer Bedarf der Tages- und Kurzzeitpflege gedeckt werden, begründet Hennemann seinen Vorschlag.

Viele schwierigere Operationen können und müssen nach seiner Ansicht nicht im Eberner Krankenhaus stattfinden, aber die Nachpflege. Davon würden auch die großen Krankenhäuser und Unikliniken profitieren, die aus allen Nähten platzen und dringend Platz benötigen, berichtete der Verwaltungsrat. "Eine Arbeitsteilung würde hier für alle Vorteile bringen."

Für ein Merkmal werde das Haus Ebern immer gelobt: die gute Pflege und die Herzlichkeit, mit der die Patienten von den Ärzten und den Pflegekräften betreut werden, wusste Petra Lösslein-Lerche zu berichten. Genau diese Patientennähe und die gute Erreichbarkeit für die Angehörigen seien ein großer Vorteil für die kleinen Krankenhäuser, ergänzte die Stadträtin Brunhilde Giegold.

In einem waren sich die SPD-Stadtratskandidaten nach eigenen Angaben einig: Ebern braucht auch in der Zukunft einen Gesundheitsstandort im Krankenhaus als eine Anlaufstelle für Patienten zur medizinischen Versorgung. "Das muss besonders für die älteren Menschen bei uns bleiben", erklärte Michael Dieckmann.

Jürgen Hennemann gab zu bedenken: "Die Regeln bestimmt aber die Politik in Land und Bund. Hier muss zugunsten der kleinen Häuser nachgesteuert werden. Deshalb müssen wir auf allen Ebenen immer wieder Werbung machen für unser Krankenhaus", forderte er. red