"Super, dass das jetzt auch in Trebgast möglich ist." Nicht nur Ingrid Flieger freut sich über die erste E-Tankstelle im Gemeindebereich, die auf dem Gelände der Firma Fahrzeugbau Schubert in der Bayreuther Straße eröffnet wurde.

Damit wird das Netz von bisher rund 25 Ladestationen im Landkreis erweitert. Während der normalen Öffnungszeiten kann künftig jeder Besitzer eines Elektroautos sein Fahrzeug an einer sogenannten Wallbox vom Typ 2 mit 22 Kilowatt aufladen.

Umweltfreundliche Elektromobilität ist eines der zentralen Themen unserer Zeit, nicht nur wegen der Feinstaubbelastung. "Die E-Mobilität boomt", analysiert die Umweltmanagerin des Kulmbacher Landratsamts auch die Situation im Landkreis. Im Vergleich zum 1. Januar 2020 mit 112 reinen Elektroautos meldet die Zulassungsstelle am 11. November 2020 bereits 210 Fahrzeuge dieser Art, so Flieger.

Hohe Förderung als Anreiz

Ein wichtiger Anreiz für eine Kaufentscheidung ist sicherlich die Förderung durch Bund und Hersteller mit bis zu 9000 Euro. Auch für die Anschaffung einer Ladestation, der Wallbox, gibt es einen Zuschuss von 900 Euro. "Der Landkreis hat bereits 2012 frühzeitig die Weichen für den Einstieg in die Elektromobilität gestellt", ergänzt Ingrid Flieger. "Im August 2016 wurde die erste Ladesäule auf dem Besucherparkplatz des Landratsamts eingeweiht. Inzwischen fahren drei der sieben Dienstfahrzeuge des Landratsamts mit Strom." Ingrid Flieger fährt privat seit vier Jahren mit einem E-Mobil. "Es ist anfangs schon eine gewisse Umstellung. Das E-Auto ist gewissermaßen ein Computer auf vier Rädern. Viele wollen zum Beispiel nicht auf ihre Handschaltung verzichten. E-Autos gibt es aber nur mit Automatikgetriebe. "Je nach Strecke und Fahrweise brauche ich 15 bis 20 Kilowatt für 100 Kilometer."

Ein Hindernis ist für viele noch die Reichweite. Manch einer fragt sich: Komme ich überhaupt noch heim? "Aber die Batterien werden ja auch laufend immer besser. Mit großen kann man schon bis zu 400 Kilometer fahren", so Flieger. Sie würde sich an jeder Tankstelle eine 100-kW-Technik zum Schnellladen wünschen.

Der Landkreis wird den Ausbau der Infrastruktur weiter unterstützen, verspricht Ingrid Flieger. "Wir dürfen dabei aber die Thematik Wasserstoff nicht aus den Augen verlieren. Da wir weiter Verbrenner am Markt haben werden, müssen wir versuchen, auf einen Mix zu setzen."

Mit Sonnenenergie gespeist

Die Ladesäule der Schuberts wird von einer Photovoltaikanlage auf dem Werkstattgebäude gespeist. Wenn die Sonne scheint, liefert sie auch einen Großteil der im Betrieb benötigten Energie. Strom, der nicht verbraucht wird, fließt in einen Speicher. Frank Schubert rechnet damit, dass sich die Anlage in sieben Jahren amortisiert hat.