"Mobilität ist ein wichtiges Thema und zeigt wie überlebensfähig wir in Zukunft sind", sagt Ebermannstadts Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE). Dies war auch das wichtigste Ergebnis eines Workshops mit allen Bürgermeistern der ILE "Fränkische Schweiz Aktiv". ILE steht für Integrierte Ländliche Entwicklung. Mitglieder im Verein sind zwölf Gemeinden aus der Region, die sich zusammengeschlossen haben, um gemeinsam etwas zu bewegen und Fördermittel zu erhalten. Christiane Meyer ist deren Vorsitzende.

"Lebensachse"

Sie erklärt, dass die Bahn eine zentrale Rolle beim Thema Mobilität einnimmt, "denn sie ist die Lebensachse, an die alle zwölf Gemeinden angebunden sind". Im Workshop wurden viele Ideen gesammelt. Zum Beispiel könnte die Bahn häufiger fahren oder - in Abstimmung mit der Dampfbahn, der die Strecke gehört - bis nach Streitberg oder Muggendorf. Pendlerparkplätze könnten entstehen oder man könnte an einem Projekt für autonomes Fahren teilnehmen.

"Die Menschen in der hinteren Fränkischen Schweiz haben viele Probleme. Die müssen viel unternehmen, damit ihre Kinder in die Schule oder zum Ausbildungsplatz kommen", so die Bürgermeisterin. Wie wichtig Mobilität ist, erklärt sie an einigen Fällen: "Die Senivita Fachoberschule haben wir verloren, weil wir so schlecht angebunden sind." Sie erzählt auch, dass ihr Sohn die Wirtschaftsschule in Bamberg besuchen wollte. Da hätte er allerdings um sechs Uhr früh am Bahnhof sein müssen und wäre jeden Tag 2,5 Stunden unterwegs gewesen.

"Mobilitätskonzepte wurden für die Städte gedacht, aber im ländlichen Raum gibt es nichts", so die ILE-Vorsitzende. Sie vertritt auch die Ansicht, dass man nicht nur auf das Ehrenamt bauen darf. Bürgerbusse oder Mitfahrbänke seien gut, aber nur ein Anfang. Außerdem sagt sie: "Wenn man Mobilität denkt, darf man nicht Fahrgäste zählen." Denn viele Menschen würden die öffentlichen Verkehrsmittel nur deshalb nicht nutzen, weil diese so selten fahren. "Auch wenn man nicht zuständig ist, muss man aufmerksam machen. Und wenn ich nur schaue, was in der Vergangenheit nicht ging, komme ich in der Zukunft nicht weiter", sagt Christiane Meyer.

Um Änderungen herbeizuführen, hat der Sprecher der Stadtratsfraktion der Neuen Liste Ebermannstadt (NLE), Erwin Horn, einen offenen Brief an Landrat Hermann Ulm (CSU), Staatsminister Glauber (FW), Mitglieder des Kreistags Forchheim und Landtags- und Bundestagsabgeordnete geschickt, um auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Hindernisse überwindbar

"Das heißt aber nicht, dass man die Hände in den Schoß legen darf. All die genannten Hindernisse erscheinen überwindbar", schreibt Erwin Horn. Finanzierungen müssten durch Verhandlungen gelöst werden. "Wenn eine Verbesserung kommen soll, dann braucht es daher die Initiative und das beharrliche Engagement der politischen Ebene. Hier sehen wir unseren Landrat besonders in der Pflicht, aber auch unsere Abgeordneten und die Mitglieder des Kreistags." Deshalb bittet er die Politiker um Unterstützung, denn "die Verbesserung des Zugverkehrs im Wiesenttal als Teil eines zukunftsfähigen Verkehrskonzepts ist ein Gemeinwohl-Ziel, für das sich jeder Einsatz lohnt".