YouTube-Star "MrBeast" kauft Finanz-App für Jugendliche: Was Eltern wissen sollten

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Jimmy Donaldson, bekannt als YouTube-Star MrBeast, hat mit verrückten Wettbewerben Millionen Fans gewonnen. Jetzt wagt er sich in die Welt der Finanzen. Eltern sollten aufpassen.

Jimmy Donaldson, besser bekannt als MrBeast, hat Millionen von Fans mit YouTube-Stunts begeistert – von Geldgeschenken bis zu verrückten Wettbewerben. Doch der Entertainer beschränkt sich längst nicht mehr auf Videos: Mit der Übernahme der Finanz-App Step wagt er sich in die Welt des Bankwesens. Der 27-Jährige will seinen jungen Anhängern nicht nur Unterhaltung bieten, sondern ihnen auch den Einstieg in die Finanzwelt erleichtern.

Step: Ein App-Angebot für junge Anleger

Die Step-App richtet sich an Teenager und junge Erwachsene und bietet Konten zum Sparen, Investieren und Ausgeben. Für Minderjährige übernehmen Eltern die Aufsicht über die Investmentkonten. Zusätzlich gibt es eine gesicherte Karte, die wie eine Debitkarte funktioniert. Besonders interessant: Nutzer können so bereits in jungen Jahren ihre Kreditwürdigkeit aufbauen.

Gleichzeitig bergen vor allem die Investmentkonten Risiken. Jeffrey Housenbold, Geschäftsführer von Beast Industries, sieht Kryptowährungen als ernsthafte Anlageklasse. Erst Anfang des Jahres erhielt das Unternehmen 200 Millionen US-Dollar von Bitmine Immersion Technologies, einer digitalen Asset-Plattform. Bitmine ist eine Firma, die sich auf digitale Vermögenswerte, also Geld in Form von Kryptowährungen, spezialisiert hat. 

Kritiker könnten darin eine Versuchung sehen, Jugendliche in riskante Krypto-Investments zu drängen. Housenbold betont jedoch, dass Step den Fokus auf Finanzbildung und Philanthropie, also uneigennütziges Engagement für das Gemeinwohl, legt. 

Finanzwissen aus eigener Erfahrung

Trotz seines jungen Alters ist Donaldson kein Neuling, wenn es um Geld geht. Als Teenager wurde er durch einen YouTube-Gamer auf die Vorteile von Investitionen aufmerksam. Die Erklärungen zum Zinseszinseffekt und die Entwicklung eines kleinen Portfolios zu Millionen beeindruckten ihn nachhaltig. "Es hat mir komplett den Kopf verdreht", sagt Donaldson der New York Times.

Bereits vor der Step-Übernahme hatte er Pläne für einen YouTube-Kanal zu Finanzthemen angekündigt. Ziel war es, jungen Zuschauern die Prinzipien von Altersvorsorgekonten und cleveren Investments nahezubringen – so, wie es ihm einst der Gamer Woody gezeigt hatte.

Auch bei Kryptowährungen ist Donaldson aktiv. In einem Interview mit Logan Paul und Mike Majlak gab er an, 1,5 Millionen Dollar in Bitcoin investiert zu haben. Zudem kaufte er mehrere NFTs, teilweise auf Empfehlung des Unternehmers Gary Vaynerchuk. Einige dieser Investments hätten sich zwanzig- bis dreißigfach ausgezahlt.

Vom digitalen Star zum Finanzstrategen

Die Zusammenarbeit zwischen Donaldson und Housenbold besteht seit fast zwei Jahren. Ihr Ziel: Finanzdienstleistungen für junge Menschen zugänglich und attraktiv zu machen. Die Marke "MrBeast Financial" soll Produkte wie Kredite, Kreditkarten und Kryptowährungen umfassen, wobei volatile Meme-Coins ausgeschlossen werden.

Das Modell ähnelt Firmen wie Robinhood oder SoFi, die klein starteten und später umfassende Finanzangebote bereitstellten. Donaldson profitiert dabei von seiner enormen Reichweite, wodurch Kundenakquise günstiger ist und er bessere Konditionen für Nutzer anbieten kann – etwa niedrigere Kreditzinsen oder höhere Sparzinsen.

Housenbold betont, dass die Firma Storytelling und Gamification nutzt, um junge Nutzer zu erreichen. Gleichzeitig sollen Kunden für verantwortungsvolles Finanzverhalten belohnt werden, etwa beim ethischen Einkauf der Schokoladenmarke Feastables.

Kritische Stimmen und Herausforderungen

Trotz aller Ambitionen bleibt das Engagement nicht unkritisch. Frühere Vorwürfe über unzureichende Versorgung bei der Reality-Show "Beast Games" oder schlechte Arbeitsbedingungen sorgten für Schlagzeilen. 

Donaldson und Housenbold versichern, dass das Unternehmen ethisch handelt und transparent agiert. Ziel sei, "Gutes zu tun und gleichzeitig erfolgreich zu sein". 

Eltern sollten besonders aufpassen, weil die App Teenager nicht nur beim Sparen, sondern auch beim Investieren unterstützt – und dabei kann es leicht zu Verlusten kommen. Besonders Kryptowährungen sind sehr schwankend und riskant. Auch wenn Step auf Aufsicht durch Eltern setzt, sollten Erwachsene genau prüfen, welche Investments ihre Kinder tätigen, und erklären, dass Geldanlage auch Fehler und Verluste bedeuten kann.

Vorschaubild: © Miljan Živković/AdobeStock