Trillerpfeifen, rote Fahnen der IG Metall, ernste Gesichter. Die Szene am Donnerstagvormittag am Werkstor von Schaeffler in Eltmann ist wie eine Reise durch die Zeit: Fast auf den Tag genau vor 16 Jahren hatten die Mitarbeiter des Eltmanner Werks auf gleiche Weise gegen die geplante Schließung der Fabrik protestiert. Diesmal soll es kein Kahlschlag sein, wie ihn die Chefs in Herzogenaurach 2004 durchboxen wollten. Der Schaeffler-Vorstandsvorsitzende Klaus Rosenfeld spricht von einer Verlagerung der Produktion; die Mitarbeiter sollen nach Schweinfurt umziehen, der allergrößte Teil der 450 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Betriebsratsvorsitzender Ulli Schöpplein nimmt der Chefetage das Jobversprechen nicht ab. "Wenn Schaeffler 4400 Stellen insgesamt streichen und hunderte Millionen Euro einsparen will, dann wird man in Schweinfurt nicht 450 neue Stellen schaffen", meint er.

Die Ankündigung der Schaeffler-Firmenleitung hat auch bei den Mitarbeitern in Höchstadt und Herzogenaurach wie eine Bombe eingeschlagen. Betriebsratsvorsitzender Roland Holler fürchtet "unweigerlich einen massiven Arbeitsplatzabbau". Für ihn bedeutet die Verlagerung des Schwerlastbereichs nach Schweinfurt einen deutlichen Arbeitsplatzabbau in Höchstadt. Was das für den einzelnen Mitarbeiter für Folgen hat, sei noch unklar. Die Betriebsräte fordern: keine Standortschließungen, keine betriebsbedingten Kündigungen, den Stopp von Verlagerungen nach Osteuropa, eine gezielte Stärkung aller deutschen Standorte, kein Outsourcing und keine Fremdvergaben mehr, die Nutzung aller gesetzlichen und tariflichen Alternativen. gf/ad