Bei der Bucher Kerwa wurde am Kirchweihmontag ein dritter Baum aufgerichtet, aber nicht auf der Wiese, sondern er wurde inmitten des Festzeltes verankert, und dafür waren auch keine Schwalben notwendig. Denn der traditionelle Kirchweihbrauch, der bei keiner fränkischen Kerwa fehlen darf, das Betz'n Raustanzen, wird auch im Weisendorfer Ortsteil Buch gepflegt. Um den "Mini-Baum" zogen dann zwölf Paare zu den Klängen von "Honeybee and Kisses" ihre Runden, und die Burschen sangen ihre mehr oder minder jugendfreien Lieder.

Deshalb war es vielleicht ganz gut, dass einige Stimmen nach dem anstrengenden Wochenende ziemlich heiser klangen und die Neubürger sowie Nichtfranken den Dialekt sowieso nicht auf Anhieb verstehen. Mit ihren Liedern nahmen die Ortsburschen das Dorfgeschehen ebenso aufs Korn wie sich selbst.

Stand früher ein abgedeckter Wecker inmitten der Paare, kommt in der digitalen Zeit ein Smartphone zum Einsatz, das Sängerin Denise vor sich liegen hatte. Nach 25 Minuten begann das Display zu leuchten, das Smartphone klingelte wie ein echter Wecker, gerade als Sophie und Bastian an der Reihe waren, und die Band stimmte den obligatorischen Walzer an.

Einheimische unter sich

Am Kerwamontag füllen in Buch traditionell die Einheimischen das Zelt und verbringen einen gemütlichen Abend. Bei den zwei Partynächten am Freitag und Samstag mit der "Nachtschicht" und "Motion Sound" kam dafür mehr Partyvolk in den Weisendorfer Ortsteil als Buch Einwohner hat.

Den letzten Abend der Bucher Kerwa genossen auch die drei Weisendorfer Bürgermeister und Landrat Alexander Tritthart (CSU). "Es war eine schöne Kerwa, aber auch anstrengend, und ich bin froh, dass sie nach dem heutigen Abend zu Ende ist", kommentierte Andreas Süß vom Landgasthof die langen Nächte.