Über Eschenbach und dem Maintal thront die kleine Vierzehn-Nothelfer-Kapelle, die der ganze Stolz der Eschenbacher Bürger ist. Vor genau 20 Jahren wurde sie von der Dorfgemeinschaft errichtet und am kommenden Wochenende feiert der Eltmanner Stadtteil das 20. Jubiläum mit der Kirchweih. Dazu ist um 14 Uhr ein feierlicher Kirchweihgottesdienst.

Stolz kann das Dorf von sich behaupten, schon im Jahre 741 nach Christus bestanden zu haben. Diesen Nachweis liefert die sogenannte "Gumbert'sche Schenkung". Die Volksfrömmigkeit ist in Eschenbach sichtbar durch Bildstöcke oder Wegkreuze. Aber eine Kapelle gab es in Eschenbach lange Zeit nicht. Schon vor über 120 Jahren wollte das Dorf eine kleine Kirche oder Kapelle bauen. Aber es kam nicht dazu.

Erlös aus dem Mostfest

Im Jahr 1993 hat eine Vereinigung von zwölf Gründungsmitgliedern und rund 50 Helfern das "Eschenbacher Mostfest" ins Leben gerufen, das seitdem jährlich in der ersten Julihälfte stattfindet. Der Reinerlös aus diesem Fest floss in den ersten beiden Jahren sozialen Einrichtungen außerhalb Eschenbachs zu. Vor dem dritten Mostfest 1995 stellte der Ort Überlegungen an, den Festgewinn im eigenen Dorf zu verwenden. Damit war die Idee geboren, auf dem Eschenbacher Wallberg in kompletter Eigenleistung eine Flurkapelle zu errichten.

1996 begann das Projekt auf dem Wallberg. Finanziert wurde es aus den Mostfest-Erlösen, aber auch durch großzügige Spenden, Stiftungen und Schenkungen. Die Eheleute Heinrich und Kunigunde Oppelt stellten ihre Wallberg-Wiese als Standort für den Kapellenbau zur Verfügung. Am 29. Mai 1999 wurde die Kapelle durch Weihbischof Helmut Bauer ihrer Bestimmung übergeben.

Die Hauptachse der Kapelle wurde genau nach der Basilika Vierzehnheiligen ausgerichtet, dem wohl bekanntesten Wallfahrtsort in Franken. Gleichzeitig wurde die Kapelle den 14 Nothelfern gewidmet. Hierzu schuf Künstler Boris Rycek aus Würzburg ein schönes Steinbildes für den Altarraum.

Schon im Spätherbst 1998 hatte sich die Dorfgemeinschaft zur Weihe der zwei Glocken, die Karl-Georg Wagner spendete, auf dem Dorfplatz eingefunden. Die beiden Glocken sind 52 und 38 Kilogramm schwer. Sie bilden mit der Glocke des ehemaligen Rathauses ein Klang-Terzett. Jeden Morgen um 6 Uhr und abends um 18 Uhr sowie zu den Gottesdiensten oder zur Silvesterandacht erklingen nun die Glocken - oder, wenn es gewünscht wird, auch beim Tod eines Mitbürgers.

An besonderen Tagen

Gottesdienste finden in der Kapelle in unregelmäßigen Abständen statt, meist aber am Gedenktag eines Heiligen aus dem Kreis der 14 Nothelfer oder an besonderen Tagen im Umfeld dieser Tage. Dies wird auch durch die im Jahr 1998 gegründete Eltmanner Pfarreiwallfahrt nach Eschenbach unterstrichen und beliebt ist auch die Eltmanner Cyriakus-Wallfahrt im August nach Eschenbach.

Die Nothelferkapelle ist im Eigentum der Eschenbacher Dorfgemeinschaft und nach 20 Jahren ist eine kleine Renovierung ausgeführt worden, damit die Kapelle in neuem Glanz erstrahlt. Dabei wurde der Innenraum neu gestrichen und der Außenputz verbessert. Ebenso pflasterte man auf dem Vorplatz eine Fläche, auf die eine Sitzgruppe gestellt wurde.

Das 20. Jubiläum sieht folgendes Programm vor. Am Samstag 1. Juni, wird der Kirchweihbaum aufgestellt. Um 16 Uhr geht's unter den Klängen der "Fidelen Weisbrunner" vom Dorfplatz zur Kapelle. Dort wird der Baum aufgerichtet.

Am Kirchweihsonntag, 2. Juni, ist um 14 Uhr ein feierlicher Gottesdienst mit Stadtpfarrer Bernhard Öchsner und dem damaligen Pfarrer Siegfried Vogt. Die "Fidelen Weisbrunner" spielen zur Unterhaltung auf.

Während des Festnachmittags ist die Zufahrt vom Feuerwehrhaus in Eschenbach hinauf zur Kapelle für den Autoverkehr gesperrt. Es wird ein Shuttle-Verkehr eingerichtet; Zufahrtsmöglichkeiten gibt es auch von Eltmann her auf dem Flurweg.