Die Tür öffnet sich und die Kinder rennen, vor Freude quietschend und schreiend, in den Innenhof. Dass es regnet, ist ihnen egal. Im "Wuselwald" wird Wert auf Bewegung gelegt - bei jedem Wetter. Fünf Millionen Euro hat sich die HUK Coburg den betriebseigenen Kindergarten für den Nachwuchs ihrer Mitarbeiter kosten lassen. Seit 17. August toben in dem hellen, freundlichen Neubau, direkt gegenüber des HUK-Verwaltungsgebäudes in der Willi-Hussong-Straße, schon die ersten Kinder. Seit Freitag ist der Kindergarten nun auch offiziell eröffnet.

In knapp zwölf Monaten Bauzeit ist am Rande des kleinen Parks ein großzügiger Flachbau entstanden, sehr gemütlich und nachhaltig mit viel hellem Holz ausgestattet. Während innen schon alles fertig ist, seien die Außenanlagen noch im Entstehen, erläuterte HUK-Vorstandssprecher Klaus-Jürgen Heitmann bei der Eröffnung und wies - mit Blick auf die noch junge Bepflanzung - darauf hin, dass aus dem jetzigen "Wuselwäldchen" natürlich noch ein richtiger "Wuselwald" werden solle.

Nur eine kleine Feier

Eine betriebseigene Kindertagesstätte eröffnen zu dürfen, gehöre zu den schönsten Dingen, die ein Vorstandssprecher in seiner beruflichen Laufbahn ausführen dürfe, betonte Heitmann. Bei der Ankündigung des Bauvorhabens im Sommer 2018 und auch bei der Grundsteinlegung im Oktober vergangenen Jahres hatte man sich allerdings noch eine etwas opulentere Eröffnungsfeier vorgestellt. Coronabedingt musste die Zeremonie am Freitag ohne die eigentlichen Hauptpersonen - die Kinder - stattfinden.

49 Kinder zwischen drei Monaten und dem Einschulungsalter werden in der Kindertagesstätte in drei Gruppen betreut. Bei Bedarf könne das Gebäude sogar noch erweitert werden, damit noch zwei zusätzliche Gruppen betreut werden können. Die baurechtlichen Voraussetzungen dafür wurden bereits geschaffen. In erster Linie seien die Plätze für die Kinder der HUK-Mitarbeiter gedacht, erklärte Heitmann. Allerdings sollen freie Plätze nicht unbesetzt bleiben, "diese bieten wir Coburger Familien an".

1880 Kita-Plätze in Coburg

Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) hörte das gerne. Zusammen mit dem "Wuselwald" könne die Stadt Coburg nun fast 1880 Kindern ein Betreuungsangebot machen, freute sich der OB.

Der Standort des Kindergarten sei bewusst - nur wenige Schritte von den Büros der Eltern entfernt - gewählt worden, erläuterte Klaus-Jürgen Heitmann. Das gebe den Beschäftigten das sichere Gefühl, dass ihre Kinder ganz in der Nähe in guten Händen seien. Zwar sei der Neubau mit fünf Millionen Euro etwas teurer geworden als veranschlagt, aber das sei "sehr gut investiertes Geld", fand der HUK-Vorstandssprecher. Schließlich entlaste eine familienbewusste Personalpolitik nicht nur Mütter und Väter, sondern steigere auch die Attraktivität des Standorts.

Dekan Andreas Kleefeld sprach als Vertreter des Trägers, der evangelisch-lutherischen Gesamtkirchengemeinde, den Segen über die neue Kita. Er betonte, dass der Wuselwald Kindern aller Konfessionen offenstehe. "Sie sollen hier Zuwendung, Wärme, Freiräume für Entwicklung, aber auch Orientierung erfahren." Als Geschenk hatte der Dekan einen Stapel Kinderbibeln mitgebracht. Demnächst soll noch ein Holzkreuz-Rohling folgen, den die Kinder bunt bemalen können.