Sonnefeld — Wie befreit man einen Lampengeist nach 1000-jähriger Gefangenschaft? Nach vielfältigen Versuchen - verbunden mit humorvollen, familiären Turbulenzen - finden die Laiendarsteller der TSV-Theatergruppe eine Lösung. Und Fridolin kann seine ersehnte Freiheit erlangen. "Den Weg dorthin können Besucher des Laienspielabends miterleben, wenn der Zweiakter ,Der Lampengeist‘ auf dem Programm steht", erläutert Regisseurin Jutta Aumüller.
Schon seit April probt die mehr als zehnköpfige Laienspielgruppe des Turn- und Sportvereins Woche für Woche eifrig, feilt an Charakterdarstellung und Textsicherheit, um fit zu sein, wenn sich am Samstag, 10. Oktober, der Vorhang für die Premiere hebt. Weitere Vorstellungen sind am 16., 17., 23. und 24. Oktober vorgesehen. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.
Für alle Vorstellungen steht der Saalbau im Bieberbacher Gasthaus Heymann zur Verfügung. Wer nicht selbst in den Sonnefelder Ortsteil fahren kann oder will, für den bietet der TSV einen Zubringerservice. Den Kartenvorverkauf hat "der Buchbinder" (Dr.-Knauer-Straße, Sonnefeld) übernommen. In nachbarschaftlicher Verbundenheit wurde der im Saal fehlende Bühnenvorhang von der Theatergruppe Großgarnstadt leihweise zur Verfügung gestellt. Während der Pause wird für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt.


Was Staubwischen anrichtet

Was passiert also in der bäuerlichen Wohnstube? Tina (Steffi Scheler) und ihr Partner Thorsten (Patric Bauer) haben ihren erholsamen Urlaub im Orient verbracht. Nach der Rückkehr in heimatliche Gefilde besuchen sie Tinas Mutter Emma (Martina Hofmann), um ihr das Urlaubsmitbringsel zu überreichen: Eine kupferfarbene orientalische Öllampe. Die abgeklärte Dame zeigt wenig Interesse am "Staubfänger" und stellt ihn achtlos in den Wohnzimmerschrank. Lediglich die Staubschicht will sie vorher noch wegputzen. Blitzartig geschieht das denkbar Unmögliche: Aus dem Schrank tritt Fridolin (Frieder Bauersachs) als Lampengeist, der jedem drei Wünsche erfüllt, der ihn durch Reiben an der Lampe zum Leben erweckt. Damit kann Fridolin behutsam Emmas Vertrauen gewinnen.
Emmas skeptischer Freundin Ilse (Jutta Aumüller) und ihrem jugendlichen Verehrer Michel (Michael Beiersdorfer) kommt das gelüftete Geheimnis nicht "orientalisch", sondern im wahrsten Sinn des Wortes "mehr als spanisch" vor. Schritt für Schritt wird allen Beteiligten klar, dass Fridolin wirklich ein verwandelter Lampengeist ist. Was liegt da näher, als dessen Zauberkraft - selbstverständlich mit eingestreuten Hinweisen auf das Sonnefelder Lokalgeschehen - zur Erfüllung eigener Wünsche zu nutzen? Doch auch Fridolin hat nach 1000 Jahren Abstinenz Sehnsüchte ... Mit zum Ensemble gehören vor und hinter der Bühne Udo und Martina Hofmann (Bühnengestaltung), Anita Bauersachs und Werner Meixner. Für die Maske zeichnet Heike Pratsch verantwortlich. Manuela Carl hat die musikalische Umrahmung des Abends übernommen. oe