"Nach geschätzten drei Jahren ist endlich die Treppe fertig. Berliner Flughafen lässt grüßen." So plakativ kommentiert ein Coburger sein Foto vom sanierten Treppenaufgang zwischen Schlossplatz und Reithalle in der Facebook-Gruppe "Coburger Stadtgespräche". Doch auch wenn die Treppe während der Bauarbeiten und Sperrungen auf dem Vorplatz der Reithalle nicht immer zugänglich gewesen sein mag, so hat die reine Sanierung des Aufgangs doch nur ein paar Monate gedauert, wie der technische Leiter der Wohnbau Stadt Coburg (WSCO), Ullrich Pfuhlmann, dem Tageblatt erklärt.

Im Sanierungsplan für die Vorplätze an der Reithalle und am Otto-Waldrich-Wohnheim sei die Treppe ursprünglich überhaupt nicht vorgekommen, erläutert Ullrich Pfuhlmann. Doch wegen eines Kanals fiel sie den Planern dann doch noch sprichwörtlich vor die Füße. Laut Pfuhlmann war das im Frühjahr 2020.

Unter den vielen Kanälen und Leitungen, die unter den beiden Plätzen kreuz und quer verlaufen, führte ein Kanal hinunter zum Schlossplatz - allerdings nicht so, wie in den Bestandsplänen eingezeichnet. "Dadurch konnten wir die Trasse nicht so realisieren wie geplant." Sechs bis acht Wochen habe es allein gedauert, bis ein neuer Trassenverlauf gefunden war.

Viele Wege offen lassen

Dass die Arbeiten an den beiden Plätzen relativ zäh verliefen, sei der Tatsache geschuldet, dass man möglichst viele Wege offen lassen wollte. Lastwagen sollten die Reithalle anfahren können, Fußgänger und Schüler wollte man passieren lassen und die Mitarbeiter des Vermessungsamtes sollten ihre Parkplätze am Marstall erreichen können. Corona sei noch oben drauf gekommen, sagt Pfuhlmann. "Das hatte man ja überhaupt nicht auf dem Schirm." Insgesamt sei man aber unter den gegebenen Umständen doch recht zügig vorangekommen, auch wenn alles länger gedauert habe als geplant.

Die Kritik, es gebe viel zu wenig Grün auf den Vorplätzen (Stichwort: Steinwüste), ist Pfuhlmann auch nicht neu. "Da gab es vorab eine politische Diskussion, in der um jeden Stellplatz gerungen wurde." Pfuhlmann gibt aber auch zu, dass zwei Bäume aus Kostengründen "weggespart" wurden. Dabei seien nicht die Bäume selbst der Kostenfaktor gewesen - einer koste um die 1000 Euro. Damit er aber mitten in der Stadt wachsen könne, müsse der Untergrund entsprechend vorbereitet werden, und da kämen schnell ein paar Zehntausend Euro zusammen. Außerdem seien die Bäume aktuell noch jung, sagt Pfuhlmann und verweist auf den Albertsplatz. "Der sah anfangs auch recht nackt aus, aber jetzt ist es dort schon viel grüner."