von unserem Redaktionsmitglied 
Alexander Hartmann

Kulmbach — Die Zahl der Hauterkrankungen nimmt zu. Auch die Zahl derer, die an Hautkrebs erkranken. Dr. Barbara und Dr. Ulrich Biella sehen vielerlei Gründe: das Ozonloch, die zunehmende UV-Belastung, aber auch das Freizeitverhalten vieler Menschen, die ein ausgiebiges Sonnenbad oft ohne einen ausreichenden Schutz nehmen.
Die Folge: Die Wartezimmer in den Praxen sind voll, ein zeitnaher Kontrolltermin ist oft nur schwer zu bekommen. Die Mediziner stehen unter Druck, denn Hautärzte sind Mangelware. "Wir betreuen über zehntausend Patienten pro Jahr", sagen Ulrich (64) und Barbara Biella (60), die bis dato neben Waldemar Grosch (Johann-Völker-Straße) eine von zwei Hautarztpraxen in Kulmbach betrieben haben. Das Dermatologen-Ehepaar hat aufgrund der hohen Belastung seit Jahren einen Mediziner-Kollegen zur Unterstützung und schließlich einen Nachfolger für die Praxis in der Hans-Hacker-Straße gesucht.
Die Biellas haben Kliniken angeschrieben, in Praxisbörsen inseriert, bei der Kassenärztlichen Vereinigung nachgefragt ... - lange Zeit ohne Erfolg. Ein Grund sei sicher der Fachärzte-Mangel, sagt Ulrich Biella und führt an: "Unser Fachbereich ist der kleinste und hat zu wenig Nachwuchs." Der 64-Jährige hat aber auch die Erfahrung gemacht, dass junge Kollegen eine falsche Vorstellung vom Mediziner-Beruf in der ländlichen Region haben. "Dass man in den normalen ärztlichen Bereitschaftsdienst eingebunden ist, hat mancher nicht verstanden."

Längere Sprechstunden-Zeiten

Die Biellas sind froh, ihre Praxis nun übergeben zu können. Ihr Nachfolger ist Dr. Felix Jacobs, ein gebürtiger Erlanger, der nach der Facharzt-Ausbildung an der Universitäts-Hautklinik Tübingen zuletzt im Medizinischen Versorgungszentrum in Bayreuth tätig war. Der 35-Jährige wird die Praxis am 6. Juli eröffnen und das Angebot um das gesamte Leistungsspektrum der Dermatologie erweitern. "Durch längere Sprechstunden-Zeiten gibt es auch wieder freie Hautarzt-Termine", betont Jacobs, der mittels Lasertechnik ästhetische wie auch medizinisch notwendige Eingriffe vornehmen wird. "Mit einem zweiten Laser können wir beispielsweise störende Gefäßveränderungen, Blutschwämme oder auch Feuermale behandeln", sagt Jacobs, der auch auf Total Body Mapping setzt. So heißt eine Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung, bei der eine Ganzkörperaufnahme des Patienten gemacht und eingescannt wird. "Bei der nächsten Untersuchung werden dann ein neues und das alte Bild übereinander gelegt. So kann man exakt Veränderungen von Muttermalen ausmachen."

Der Umbau

Der Dermatologe, der seinen Wohnsitz von Bayreuth nach Kulmbach verlegt, will moderne Medizintechnik in modernen Räumen anbieten. Er wird die Praxis um ein Stockwerk erweitern. Der Umbau im vierten Stock des Ärztehauses läuft bereits. Dort wird auch ein großer OP-Raum eingerichtet.

"Ein fließender Übergang"

Es soll ein fließender Übergang werden, sagt der Arzt, der die Praxis "Dermakulm" nennen wird. Die Biellas werden ihm ein Jahr als Angestellte zur Seite stehen, sich dann in den Ruhestand verabschieden.
Den damit frei werdenden zweiten Kassenarzt-Sitz, den Jacobs neben dem eigenen verwaltet, will er an einen neuen Kollegen weiter geben. "Ich werde weiterhin im Team arbeiten", so der Dermatologe, der durch die Praxisübernahme einen Beitrag dazu leistet, dass die hautärztliche Versorgung in Kulmbach sichergestellt ist.