Auf drei Geschossen in der Windheimer Schule kann man große Wandgemälde aus dem Jahr 1968 des bekannten Lichtenfelser Künstlers Hubert Weber entdecken, die als Zeugnisse ihrer Epoche sehens- und erhaltenswert sind. Die Ausführung erfolgte in der sogenannten Enkaustik-Technik. Bei jener auch als Wachsglättetechnik bekannten Malform werden in Wachs gebundene Farbpigmente heiß auf den Maluntergrund aufgetragen beziehungsweise aufgespachtelt, wodurch die Oberfläche einen leicht seidig glänzenden, wächsernen Schimmer erhält.

"Die Malerei ist dadurch recht haltbar und pflegeleicht", erklärt Kreisheimatpfleger Robert Wachter. 1968 schuf der "Maler ohne Hände" Hubert Weber die Wandgemälde im Erdgeschoss sowie im ersten und zweiten Stockwerk.

Alltag in der Schule

Im Erdgeschoss thematisiert der Künstler die Unterrichtsfächer beziehungsweise den Schulalltag - so in der Mitte das Schulspiel, angedeutet durch einen (Bühnen-)Vorhang, eine Theater-Säule, Darsteller und Zuschauer. Flankiert wird die Szenerie auf der rechten Seite durch einen großen Zirkel sowie geometrische Figuren wie Kreise, Quadrate, Rechtecke sowie Dreiecke, die auch als eine Art Geo-Dreieck zusammenfinden, symbolisch für das Unterrichtsfach Mathematik. Auf der linken Seite sind verschiedene Sport- und Bewegungsarten des Schulsports angedeutet.

Im Zentrum des in einem regenbogenfarbigen Gesamtkolorit erstrahlenden Wandgemäldes im ersten Stock steht die Lichtwerdung der Erde ("Am ersten Tag schuf Gott das Licht und es wurde hell") in Form einer grellen Lichtexplosion beziehungsweise eines feurigen Urknalls. Die leuchtende Strahlenformation am Anfang unserer Welt scheidet dabei gemäß der Schöpfung die Elemente Himmel, Wasser und Land.

Hund oder Löwe?

Das Kunstwerk einen Stock darüber führt die Schöpfungsthematik weiter und zeigt im Sinne einer geordneten Welt verschiedene Baumarten, darunter eine Dattelpalme als Pflanzen-Metaphorik, sowie stilisierte Tierbildnisse wie Fische und eine Schlange. Bemerkenswert ist in der rechten unteren Bild-Ecke die Darstellung eines Tieres. Zunächst wurde angenommen, dass es sich hier um den Hund des Künstlers handeln soll. Robert Wachter nahm jedoch mittlerweile Rücksprache mit Webers Tochter und Schwiegersohn. Demnach soll dieser zur Entstehung des Gemäldes einen Schäferhund als Wachhund gehabt haben.

Einen Schäferhund stellt das Bild allerdings nicht dar. "Das sieht fast schon mehr wie ein Löwe aus", mutmaßt der Kreisheimatpfleger voller Bedauern, die genaue Bedeutung wohl nicht mehr in Erfahrung bringen zu können.

Schäden an den Kunstwerken

"Die Gemeinde Steinbach ist sehr stolz auf derart hochwertige Kunstwerke in der Windheimer Schule", freut sich Bürgermeister Thomas Löffler über diese noch dazu recht späten Enkaustiken des Künstlers. Diese sind beispielsweise auch im Dorfbericht aus dem Jahr 2017 bei der Bewerbung Windheims für den Bezirksentscheid "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" aufgeführt.

Leider weisen die Kunstwerke jedoch zum Teil nicht unerhebliche, wohl größtenteils schon länger bestehende Schäden auf. Am Wandgemälde im Erdgeschoss entstanden diese einst durch unmittelbar davor aufgestellte Tischkicker, erinnert sich Herbert Eidloth, der von 1968 bis 2003 als Hausmeister an der Schule tätig war. Zahlreiche Einschläge von harten, kleinen Bällen und der Griffstangen im Gemälde zeugen leider davon, während am Gemälde im obersten Stockwerk bedauerlicherweise mobiles Tisch- und Stuhlmobiliar ebenfalls deutlich sichtbare Schäden hinterließ.

Wachter regte eine Restaurierung an, insbesondere auch um eine Sensibilisierung für deren Bedeutung sowie einen sorg- und achtsameren Umgang mit dieser wertvollen "Kunst am Bau" zu erreichen.