von unserem Mitarbeiter Andreas Welz

Vierzehnheiligen — Das größte "Hotel" im Landkreis Lichtenfels schließt am 1. August seine Pforten. Das Diözesanhaus der Erzdiözese Bamberg in Vierzehnheiligen mit einer Kapazität von 400 Betten bleibt bis zum April 2015 wegen Sanierungsarbeiten geschlossen.
Bei einem Gespräch mit dem geistlichen Rektor, Elmar Koziel, und Mitarbeiterin Schwester Christina Schirner stellte Geschäftsführer Raimund Hümmer gegenüber unserer Zeitung fest: "Die Südseite des Hauses, der Haupteingang und die Erneuerung der Großküche mit allen Kühl-, Lager- und Wirtschaftsräumen werden jetzt generalsaniert." Damit der Betrieb auf dem "heiligen Berg" weiterläuft, bedürfe es einer logistischen Meisterleistung. Dank des eigenen Restaurants "Goldener Hirsch" könnten Gäste und Wallfahrer weiterhin mit Essen versorgt werden, machte Hümmer deutlich.

Sanierung läuft seit 2009

Die Köche des Diözesanhauses unterstützten im Schichtdienst die Küchencrew des "Hirschen". "Die Räume des Hauses Frankenthal stehen für Veranstaltungen während der Bauzeit offen", sagte er. "Langsam verlassen wir mit Wehmut das alte Diözesanhaus und freuen uns auf das Neue", so der Geschäftsführer. Seit 2009 läuft die Generalsanierung. Der gesamte Nordflügel, die Gästezimmer im Ost- und Westflügel entsprechen modernen Standards, die Heizungsanlage wurde erneuert. 2001 wurden die runden Speisesäle im Innenhof eingebaut. Mit dem fünften Bauabschnitt wird die umfassende Generalsanierung beendet.
Darin enthalten ist auch die Gestaltung des Eingangsbereichs. Eine elegante Glaskonstruktion wird über mehrere Stockwerke reichen und die bestehenden Balkons integrieren. "Der Bürgersteig wird aber nicht verengt", machte Hümmer deutlich. Auch die unansehnlichen Garagen gegenüber sollen optisch aufgewertet werden. Jede Ausgabe des viele Millionen kostenden Objekts werde vom Diözesansteuerausschuss geprüft und genehmigt. "Zu den Gesamtkosten können wir noch keine genauen Angabe machen", so Hümmer. Allein die neue Brandschutzüberwachung koste Millionen. Die Anlage entspreche den neuesten Richtlinien. Kreisbrandinspektor Timm Vogler hätte den Brandschutz als vorbildhaft bezeichnet. Ein Wermutstropfen waren gelegentliche Fehlalarme, die durch Unachtsamkeit der Wallfahrer oder durch Herausschrauben der Brandmelder ausgelöst wurden. "Mit Fensteröffnen und eine rauchen ist es vorbei", stellte der Geschäftsführer fest. Man habe einen Wachdienst verpflichtet, der von 23.30 bis 5 Uhr die Räume kontrolliert.

Herberge für 400 Pilger

Mit Eröffnung des Hauses im kommenden Frühjahr beträgt die Aufnahmekapazität für Exerzitien und Tagungsgruppen bis zu 160 Personen, Vortragsveranstaltungen bis zu 200 und als Pilgerherberge bis zu 400 Personen. Das Haus verfügt nach der Sanierung über rund 80 Zimmer mit Hotelstandard, 100 bis 120 Zimmer mit einfachem Standard und Nasszellen im Flur. 300 Gäste können gleichzeitig in drei Speisesälen zu je 100 Personen verköstigt werden. Zusätzlich haben 100 Gäste im Sommer bei Außenbestuhlung im Innenhof Platz.
In den sechs Ebenen befinden sich im Keller Versorgungsräume und die Heizung. Im Untergeschoss sind die Großküche und der Wallfahrersaal untergebracht. Im Erdgeschoss sind die Räume der Verwaltung, Gästezimmer, Speisesaal und die Rezeption vorgesehen. Im 1. Obergeschoss befinden sich Hauskapelle und Gästezimmer. Im 2. Obergeschoss sind Vortragssäle, Gruppenräume und Gästezimmer untergebracht.
Im Dachgeschoss stehen zusätzliche Gästezimmer insbesondere für Pilger zur Verfügung. Rund 50 Mitarbeiter, mit allen Saison- und Teilzeitkräften, kümmern sich um das Wohl der Gäste.