Meine Güte, der Frühstückstisch schaut ja vielleicht aus - furchtbar! Schrecklich, schrecklich, schrecklich. Kraut und Rüben. Ein Schlachtfeld. Aber eines, das die Sicht auf den Fernseher fast schon ein wenig einschränkt.

Das ist ärgerlich, aber wenn ich mir auf der Couch sitzend ein paar Kissen unter den Allerwertesten klemme und somit erhöhter sitze, dann geht's wieder ganz gut und ich kann alles sehen.

Wie mir scheint, mutiert in diesen Zeiten nicht nur das Coronavirus, auch die Häuslichkeit kann sich wandeln. Jedenfalls räumt niemand den Frühstückstisch ab - und das geht schon seit Tagen so. Ob der Grund darin zu suchen ist, dass ich seit einigen Tagen mit mir alleine wohne? Der Quark ist offen, der Honig steht beim Fernseher, der Käse scheint über Nacht härter geworden zu sein, die Butter ist nicht abgedeckt und bei der guten englischen Marmelade fehlt der Deckel.

Wenigstens habe ich ihn entlang der Strecke zwischen Wohnzimmer und Küche nirgendwo auf dem Fußboden liegen sehen, und das will was heißen, denn ich gehe die Strecke öfter am Tag. In der Küche selbst, wo sich der Abwasch stapelt, ist er jedenfalls nicht, und auf dem Frühstückstisch im Wohnzimmer liegt er auch nicht. Glaube ich jedenfalls. Was soll ich sagen, früher habe ich hartnäckiger nach solchen Dingen und Details gesucht. Aber Corona und das ewige Daheimherumgebleibe haben wohl etwas mit mir angestellt. Die schlechte Nachricht daran: Corona macht träge und phlegmatisch. Die gute Nachricht: Man kann sich dran gewöhnen.