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Coburg
Konjunktur-Umfrage

Corona trifft Firmen hart

Die oberfränkische Metall- und Elektro-Industrie befindet sich in einer tiefen Rezession. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm u...
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Die oberfränkische Metall- und Elektro-Industrie befindet sich in einer tiefen Rezession. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen, die gestern in Coburg vorgestellt wurde.

In einer Mitteilung der Verbände sagt der Vorsitzende der bayme vbm Region Oberfran-ken-West, Thomas Kaeser: "Zwar hoffen wir ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau auf eine leichte Erholung im zweiten Halbjahr. Das Jahr 2020 ist für die Metall- und Elektro-Industrie in Oberfranken jedoch ein verlorenes Jahr. Unsere Unternehmen bewerten die aktuelle Lage so schlecht wie noch nie in unserer seit 20 Jahren durchgeführten Umfrage. Wir gehen auch nicht davon aus, dass der Beschäftigungsrückgang im kommenden Jahr zu Ende sein wird."

Dank Kurzarbeit, unternehmenseigener Maßnahmen sowie staatlicher Unterstützungsprogrammer seien bis jetzt nicht noch mehr Stellen abgebaut worden. Aber ein Drittel der Betrieb rechne mit einem weiteren Stellenabbau in Oberfranken.

Forderungen an die Politik

"Die Corona-Krise wirkt wie ein Brandbeschleuniger", sagt Thomas Kaeser über die Stimmung in den Unternehmen. Diese sei schon im Winter, also vor dem Ausbruch der Pandemie, pessimistisch gewesen. Zu Corona komme der Transformationsprozess in der Automobil- und Zuliefererindustrie. Praktisch alle Betriebe in diesem Sektor würden "die Lage als schlecht einschätzen", sagt Kaeser. Rund 58 Prozent der Unternehmen würden für das Jahr 2020 eine sehr kritische Ertragslage befürchten: 37,5 Prozent rechnen mit Verlusten, weitere 20,8 Prozent erwarten eine schwarze Null.

" Die bayerische und deutsche Politik hat die Unternehmen schnell, pragmatisch und zielgerichtet unterstützt", lobt Kaeser. Doch es sei nötig, die Kurzarbeiterregelung bis Ende 2021 zu verlängern, Bürokratie abzubauen und auf neue Belastungen zu verzichten, wie das Sorgfaltspflichtengesetz. Von der IG Metall erwarte der vbm "eine verantwortungsvolle Berücksichtigung dieser konjunkturellen Situation", wenn der Tarifvertrag Ende 2020 auslaufe. red