Die Chöre in Franken und der nördlichen Oberpfalz freuen sich darüber, dass gemeinschaftliches Singen nun wieder möglich ist. Ein Hygienekonzept für die stufenweise Wiederaufnahme von Chorproben liegt den Chören und Ensembles seit einigen Tagen vor, teilt der Fränkische Sängerbund mit. Die Freude sei groß, doch die Unsicherheit bleibe.

Es sind spannende Tage. "Weil ich nicht genau weiß, wie genau dies nun gelingen wird", sagt Gerald Fink aus Herzogenaurach, der musikalische Leiter des Fränkischen Sängerbundes: "Mit Teilnehmern, die lange nicht mehr gemeinsam gesungen haben, mit meterweiten Abständen, mit kurzen Probeneinheiten, ohne ein Nahziel Konzert." Der Bundeschorleiter ist sich sicher, dass alle Aktiven mit großer Umsicht darangehen, "dass es so gesund und froh gestimmt wie möglich zugehen kann".

Rücksichtnahme untereinander

Das erwartet auch der Präsident des Fränkischen Sängerbundes, Professor Friedhelm Brusniak aus Würzburg: "Jeder Chorsänger hat gelernt, sorgsam und verantwortungsbewusst mit seiner Stimme umzugehen und auf seine eigene Gesundheit zu achten." In einer Singgemeinschaft sei die Rücksichtnahme untereinander Selbstverständlichkeit und Voraussetzung für eine überzeugende Teamleistung. Brusniak hatte sich gegenüber der Staatsregierung besonders für die kontrollierte Möglichkeit der Wiedereinführung von Proben eingesetzt.

Beste Voraussetzungen also, dass das Chorsingen auch in Corona-Zeiten funktionieren kann. "Über viele Jahrhunderte ist die Chorkultur fester Bestandteil unserer Musikkultur und wird natürlich auch die Corona-Pandemie überstehen", ist Friedhelm Brusniak optimistisch.

Prinzip der Freiwilligkeit

Seit 22. Juni gilt die Erlaubnis, die Chorproben langsam wieder aufzunehmen. Zentral in dem Hygienekonzept ist die Bemerkung, dass die Teilnahme an Proben und Zusammenkünften freiwillig sein muss. Keiner soll ein Risiko eingehen, das er nicht tragen möchte. Und so wird sich die Situation von Ort zu Ort anders darstellen - viele Chöre werden den ersten Schritt gehen, manche vielleicht vorerst weiterhin auf Proben verzichten.

Rund 1600 Chöre und Ensembles

Der Fränkische Sängerbund (FSB) ist der mitgliederstärkste Laienmusikverband Bayerns und Mitglied des Deutschen Chorverbandes (DCV). Er vertritt rund 1600 Chöre und Ensembles mit 38 000 aktiven Sängern in Franken und der nördlichen Oberpfalz. Seine Mitglieder unterstützt der Verband etwa durch Übernahme der Gema-Gebühren und Versicherungen. Er fördert die musikalische Arbeit seiner Mitgliedschöre in der Breite wie in der Spitze mit eigenen Veranstaltungen und Fortbildungen, um die Qualität des Chorgesangs zu sichern und weiterzuentwickeln. Der FSB bekennt sich in kultureller Offenheit zu seiner vielfältigen Chorlandschaft und betont die Funktion seiner Vereine als Bestandteil des demokratischen Gemeinwesens. Der FSB ist federführend beteiligt an der Stiftung Dokumentations- und Forschungszentrum des Deutschen Chorwesens in Feuchtwangen (mit Sängermuseum), dem Forschungszentrum des Deutschen Chorwesens an der Universität Würzburg sowie dem Chorzentrum Kloster Weißenohe. red