Autofahrer ignorieren die Geschwindigkeitsbegrenzung viel zu oft und es fehlt an sicheren Überquerungsmöglichkeiten. Darauf wollten die Anwohner der Caspersmeyerstraße mit einem Aktionstag vor allem die Autofahrer aufmerksam machen. Es haben sich ungefähr 50 Demonstranten vor der Einfahrt vom Rewe versammelt. Diese Stelle am Ende der Straße sei besonders gefährlich. "Wenn Leute hier aus dem Bus aussteigen und dann über die Straße zum Rewe wollen, müssen sie fast 200 Meter zum nächsten Zebrastreifen laufen", erklärt Ralf Neundörfer, Organisator der Aktion. Vor allem ältere Menschen und Kindern sei das zu weit. "Wenn dann jemand 60 statt 30 fährt, kann das ganz schön gefährlich werden."

Demo frühzeitig beendet

Die Demo musste allerdings frühzeitig beendet werden, da sie nicht beim Ordnungsamt angemeldet wurde. Die Teilnehmer wurden darüber belehrt, dass ihre Versammlung nicht stattfinden durfte und gebeten, die Versammlung aufzulösen. "Die Polizei sollte ihre Zeit lieber nutzen, um sicherzustellen, dass hier nicht mehr so gerast wird", meint eine der Anwohnerinnen.

Eine Stunde später standen nur noch vereinzelte Gruppen von Aktionsteilnehmern am Straßenrand. Wenn ein Auto vorbeifuhr, hielten die Demonstranten ihre selbstbemalten Schilder und Banner absichtlich höher. Auf ihnen stehen Sprüche wie "Runter vom Gas" oder "Schützt uns Kinder". "Die allermeisten wurden langsamer, wenn sie an das Geschwindigkeitsgebot erinnert wurden", beobachtete Ralf Neundörfer. "Manche älteren Autofahrer sind besonders langsam gefahren, wenn auch nur, um die Schilder richtig durchlesen zu können."

Gut für die Gemeinschaft

Insgesamt hat die kurze Aktion viel positiven Zuspruch von Vorbeilaufenden bekommen. Sie gaben einen Daumen hoch oder kamen mit den Aktionsteilnehmern ins Gespräch. "Es haben Neuzugezogene und Anwohner, die schon sehr lange hier wohnen, an der Aktion teilgenommen", meint eine Mutter, die ihre zwei Kinder mit zur Kundgebung gebracht hat. Sie findet, die Aktion hat trotz vorzeitiger Beendung zum Gemeinschaftsgefühl in der Nachbarschaft beigetragen.

Alle Anwohner der Caspersmeyerstraße seien laut Demonstranten der Meinung, dass mehr für die Verkehrssicherheit getan werden muss. Einige der Teilnehmer erzählen, dass Nachbarn ihre Autos absichtlich halb auf der Straße abstellten, als improvisiertes Geschwindigkeitshindernis. Eine perfekte Lösung ist das allerdings nicht. "Um an den Autos mit dem Kinderwagen vorbeizukommen, muss man vom Gehweg runter auf die schnellbefahrene Straße", sagt Christine Heinz. Julius Albrecht wohnt mit seinen zwei Kindern an der Straße und findet die Verkehrssituation nicht sicher. Die Verkehrsschilder bringen seiner Meinung nach nichts und die Verkehrsinsel werde oft ignoriert. "Eine Geschwindigkeitsanzeigetafel wäre schonmal ein Anfang", findet Albrecht.

Alle anwesenden Demonstranten sind der Meinung, dass die Stadt mit entsprechenden Maßnahmen nicht erst abwarten sollte, bis die Straße unfallauffällig wird. Es sei ein Wunder, dass auf der Strecke noch nichts passiert sei. "Wir wollen die Aktion auf jeden Fall richtig nachholen, das nächste Mal mit Anmeldung", meint Organisator Ralf Neundörfer.