Drei Baumstämme - ein Bücherbaum-Ensemble - stehen seit Mai 2014 im Zentrum Adelsdorfs, und seitdem wird die "Straßenbücherei" auch bestens genutzt. "Der Bücherbaum wird sorgsam behandelt, Vandalismus gab es bisher noch nicht zu beklagen. Die Bücherauswahl in dieser ganzjährig rund um die Uhr geöffneten, barrierefreien Leihbücherei wechselt ständig", berichtet die Bücherpatin und zweite Bürgermeisterin Jutta Köhler (FW).

Seit der "Grünen Meile", die im Juni 2014 mehr als 9000 Besucher nach Adelsdorf gelockt hatte, ist nun schon viel Zeit vergangen und das Ensemble ist in die Jahre gekommen. Bücher, die schon zu lange lagern, müssen nun entfernt und die kleine Bibliothek muss gereinigt und restauriert werden. Das übernehmen Jutta Köhler und der Gemeinde-Haustechniker Alexander Malter.

In der Vorbereitungszeit war damals ein Team aus Gartenbauverein, Landschaftsarchitekten und Förster mit Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) und Kerstin Blum, der Organisatorin der Grünen Meile, die ganze Meile quer durchs Dorf abgelaufen. Gemeinsam überlegte man dabei vor Ort, wo und wie diese Strecke begrünt oder verschönt werden könne. Dabei fiel unter anderem die traurige Grünanlage neben der Sparkasse auf, deren Neubepflanzung wenig Sinn gemacht hätte, da viele Bürger sie als Abkürzung zum Parkplatz nutzen.

Ablegen oder mitnehmen

Spontan kam Kerstin Blum auf die Idee, an dieser zentralen und öffentlichen Stelle einen Bücherbaum zu "pflanzen". Zwei Mitarbeiter des Walderlebniszentrums Erlangen gestalteten aus Baumstämmen der Uttstadter Pappelanlage ein Bücher-Ensemble aus drei Baumstämmen mit Regalöffnungen - geschützt durch Plastikglastüren - und stellten es mithilfe von Gemeindearbeitern auf. Die Baumregale dienen seitdem als gern genutzter Tauschplatz für Bücher, was bedeutet, dass man hier Bücher hinterlegen oder aber auch mitnehmen kann. "Das war damals das Grüne-Meile-Projekt mit dem geringsten Aufwand und der höchsten Akzeptanz", erzählt Kerstin Blum.

Stefan Stirnweiß, der Revierleiter des Forstreviers Röttenbach und Mitarbeiter beim Walderlebniszentrum Erlangen, sagte damals spontan seine Hilfe zu. Er war schon erfahren in Sachen Bücherbaum. Er und Thomas Henneberger, Forstwirt am Walderlebniszentrum, konzipierten und bauten dann das Adelsdorfer Bücherbaum-Ensemble.

Jutta Köhler sieht den Bücherbaum in keinster Weise als Konkurrenz zur Bücherei im katholischen Pfarrzentrum oder gar zum örtlichen Buchhändler. "Der Bücherbaum ist einfach eine interessante Alternative mitten in unserer Gemeinde." jb