Der "Fall Spachmann" kann nach sechseinhalb Jahren zu den Akten gelegt werden. Nachdem das strafrechtliche Verfahren 2015 mit einem Freispruch endete, ist jetzt auch das Disziplinarverfahren endgültig abgeschlossen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat am Mittwoch die erstinstanzliche Entscheidung des Verwaltungsgerichts Ansbach aus dem Jahr 2018 bestätigt und die Gehaltskürzung um zehn Prozent auf drei Jahre als angemessen erachtet.

Die mündliche Verhandlung hat zwei Stunden gedauert. Das öffentliche Interesse beschränkte sich auf zwei Zuhörerinnen. Zeugen wurden nicht vernommen, informierte Claudia Frieser, Richterin und Pressesprecherin am Verwaltungsgerichtshof.

Im Anschluss an die Verhandlung hat der Senat beraten und dann sein Urteil verkündet: Sowohl die Berufung des Freistaats Bayern, der eine Zurückstufung des Oberstudiendirektors erreichen wollte, als auch die Anschlussberufung des Schulleiters wurden zurückgewiesen. Gegen die Entscheidung gibt es kein Rechtsmittel, sie wird mit der Verkündung rechtskräftig.

"Unsägliches Strafverfahren"

Zur Erinnerung: Nach dem Willen der Landesanwaltschaft Bayern wäre der Schulleiter des Gymnasiums Casimirianum, Burkhard Spachmann, seit 2018 kein Oberstudiendirektor mehr, sondern auf einen Studiendirektor-Titel zurückgestuft worden. Das Verwaltungsgericht Ansbach entschied jedoch anders. Am Ende der Verhandlung unter dem Vorsitzenden Richter Peter Burgdorf sah das Urteil lediglich eine Kürzung der Dienstbezüge im unteren Bereich vor.

Als "überraschend und ungewöhnlich" bezeichnete damals Spachmanns Verteidiger Eckart Staritz den Auftakt des Prozesses. Der Vorsitzende Richter habe "das hohe Lied" des Schulleiters auf Burkhard Spachmann gesungen. Peter Burgdorf habe von einem "unsäglichen Strafverfahren" gesprochen, das Spachmann über mehrere Jahre über sich ergehen lassen musste.

Wie der Pressesprecher Alexander Heinold damals auf Anfrage dem Tageblatt erläuterte, habe Spachmann seine Entscheidung, alle 86 Deutscharbeiten um einen Punkt nach oben zu korrigieren, damit begründet, dass er unter enormen Zeitdruck stand. Nicht alle Arbeiten konnten einzeln nachkorrigiert werden - zumal sich sowohl der Erst- als auch der Zweitprüfer geweigert hatten, dies zu tun.

Oberlandesanwalt Jörg Spennemann betonte, dass die Landesanwaltschaft Bayern als Disziplinarbehörde die Disziplinarmaßnahme der Zurückstufung deshalb für angemessen hielt, "weil die nicht gerechtfertigte Anhebung der Noten des Deutschabiturs einen Verstoß gegen die Chancengleichheit der Absolventen des Abiturjahrgangs 2013 aller bayerischen Gymnasien darstellt und dadurch einen Vertrauensverlust im Hinblick auf den ordnungsgemäßen Ablauf der Abiturprüfung bewirkt".