Marion Krüger-Hundrup

Die drei­zehn Lisberger Gemeinderäte machten es sich nicht einfach. Nachdem sie in der letzten Sitzung Ende März noch mehrheitlich gegen Frei­land-Photovoltaikanlagen in der Gemarkung gestimmt hatten, sieht die Beschluss­lage nach einem Orts­termin nun anders aus: Mit einer Gegen­stimme votierten die Bürgervertreter dafür, dass Bürgermeister Michael Bergrab (ÜPL) die notwendigen Schritte für solche Anlagen einleitet.

Eine weitere Grundsatz­entscheidung betrifft künftiges Bauen im östlichen Rand­gebiet von Lisberg : Es soll eine „Tiny House“-Siedlung entstehen, also eine Siedlung aus kleinen Häusern mit etwa 40 Quadratmeter Wohnfläche auf circa 200 Quadratmetern Grundfläche.

„Damit beschreiten wir den Weg in die Zukunft“, freute sich sichtlich der Bürgermeister. Er sei davon überzeugt, dass „wir um die umweltfreundliche Photovoltaik nicht herumkommen“, sagte Bergrab dem Fränkischen Tag. Und „um Ökologie und Nachhaltigkeit in den Griff zu bekommen, ist es notwendig, kleiner zu bauen für weniger Verbrauch von Energie und der Ressource Sand“, lobte er den Grundsatz­beschluss für die „Tiny Houses“.

Drei Flächen in der Auswahl

Weil er trotz der negativen März-Abstimmung das Thema Frei­land-Photovoltaik „nicht runterfallen lassen möchte“, hatte Bürgermeister Bergrab die Gemeinderäte zu einem Orts­termin am Natur­denkmal „Die Linden“ gebeten. Von dort lassen sich die Flächen überblicken, die die Eigentümer Familie Martin und Familie Laufer für Anlagen angeboten hatten. Gut sicht­bar ist, dass die Fläche der Familie Martin unmittelbar an den sensiblen Bereich jüdischer Friedhof grenzt. Ein wesentlicher Grund dafür, dass sich die Gemeinderäte auch nach diesem Orts­termin eine Photovoltaikanlage nicht vorstellen wollen.

Doch auf verteilten Grundstücksplänen konnte Bürgermeister Bergrab auf zwei weitere Flächen in der Gemarkung verweisen, die die Familie Laufer zusätzlich zu ihrem ersten Angebot zur Verfügung stellen würde. Alle drei Flächen dieses Eigentümers sollen jetzt in die Auswahl kommen. Mit der Betreiber­firma Münch Energie Rugendorf steht ein möglicher Kooperations­partner bereit. Gemeinde­rat Johannes Weiß ( CSU ) plädierte in diesem Zusammenhang dafür, eine Speicherlösung für zu viel gewonnene Energie vorzusehen: „Wir kriegen die Energie sonst nicht weg.“

Die Fläche der Familie Martin könnte – da waren sich die Gemeinderäte einig – eventuell als Klein­siedlungs­gebiet, also für die Tiny Houses, ausgewiesen werden: „Dann bleibt der jüdische Friedhof nicht als Solitär stehen, sondern ist durch eine leichte Übergangslösung angebunden“, meinte Bürgermeister Bergrab. Noch sei alles offen, „doch man kann jetzt weiterdenken und das Bau­leit­verfahren beginnen“, fügte er hinzu. Dieses könne ein Impuls für Lisberger sein, „ihr zu groß gewordenes Haus gegen ein kleines einzutauschen“.

Weitere Krippe kommt

Fest steht nach dem Willen der Räte, dass die Kindertagesstätte St. Antonius Lisberg grünes Licht für die Schaffung einer weiteren Kinder­krippe erhält. Für den Bau wird der angrenzende Sport­platz um ein paar Meter verkleinert.

Im „Bericht des Bürgermeisters“ als weiteren Tages­ordnungs­punkt ging es um die Neugestaltung des Brunnen­weges im Rahmen der Dorf­erneuerung. Die Entwurfs­planung mit Erläuterungsbericht und Kosten­berechnung liegen dem Amt für ländliche Entwicklung Ober­franken/Bamberg zur Prüfung vor. Laut Bergrab soll der Fußweg bis zum Zimmermanns­weg verlängert werden, was bisher noch nicht in den Planungs­unterlagen enthalten ist.

Der zweite Sach­vortrag betraf die Schloss­park­erweiterung Trabelsdorf. Einige Klein­arbeiten wie zum Beispiel die Erstellung von Informations­tafeln oder der Unterhalt der Neuanpflanzungen stehen noch aus. Bürgermeister Bergrab: „Die aktuellen Besucher­zahlen zeigen, dass der Park sehr gut von Ortsansässigen sowie Auswärtigen angenommen wird.“