Zu einer Informationsveranstaltung „Die neue Art des Bankings und die Gefahren im Internet“ lud die Senioren-Union Oberthulba, und viele Interessierte waren der Einladung des Vorsitzenden Manfred Manger gefolgt. Neben Kriminalhauptkommissar Roland Schmied von der Kriminalpolizei Schweinfurt – Abteilung Internetkriminalität – begrüßte Manger den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Bad Kissingen Roland Friedrich und das Vorstandsmitglied der VR Bank Bad Kissingen Jürgen Klubertanz.

Anlass war zum einen die Schließung der Bankfiliale in Thulba zum 31. Dezember letzten Jahres – und andererseits halte das Online-Banking immer mehr Einzug. Bürgermeister Mario Götz, selbst gelernter Bankkaufmann, schätze es, die Bankgeschäfte mit dem Mobiltelefon abzuwickeln und zeigte sich froh, noch zwei Banken vor Ort zu haben.

Fälschung oder echt?

„Wer hat Whatsapp auf seinem Handy, und wer hat die Nutzungsbedingungen durchgelesen?“, fragte Schmied in die Runde. In seinem Vortrag ging er auf den Enkeltrick in den unterschiedlichsten Versionen und auf Phishing-Emails ein. Man sollte jede Information kritisch betrachten und sich fragen: Ist es wahr oder eine Fälschung. Grundsätzlich verursache der Faktor Mensch die Probleme, er lese jede Email und öffne Anhänge. Gerade in der Pandemie habe sich die Anwendung vom kontaktlosen Bezahlen rasant erhöht. Zum Schutz der Karte empfahl er die Kartenaufbewahrung in einer geprüften RFID-Schutzhülle.

Den größten Schaden verursache der „Microsoft-Betrug“. Mit betrügerischen Anrufen würden Menschen auf nicht existente Probleme mit ihren Rechnern „hingewiesen“. Er empfahl keine Zugangscodes zu nennen, keinen Fernzugriff auf den Computer zu gewähren und am besten das Gespräch gleich zu beenden. Auch empfahl er den Schlüssel und das Passwort für das Wlan zu ändern. Er benannte Passwörter , die in dieser Form eigentlich keine sind und zeigte wie man gute Passwörter generiert. „ Online-Banking ist in der Regel sicherer als der Überweisungsträger“, sagte Schmied. Bei Ungereimtheiten und einem möglichen Betrugsfall sollte man erst zur Bank und dann zur Polizei gehen, so seine Empfehlung.

So funktioniert es online

Einblick ins Online-Banking gaben Sandro Schmitt, Leiter Medialer Betrieb (Sparkasse) und Roland Schmitt , Leiter Abteilung IT (VR Bank). Als Vorteile des Online-Banking benannten sie die Zeitersparnis, örtlich und zeitlich ungebunden zu sein und die elektronische Form der Kontoauszüge. Man könne zu jeder Tages- und Nachtzeit den Kontostand abrufen und es sei nachhaltig, wenn man die Auszüge abspeichert und nicht ausdruckt.

Wer ein Smartphone oder einen PC habe, sei mit Online-Banking sicher unterwegs, was am Computer gehe, gehe auch mit dem Smartphone, dann mittels App. Sie erklärten die verschiedenen TAN-Verfahren, hier müsse jeder für sich den richtigen Weg finden. Außerdem könne man darüber sicher und verschlüsselt mit dem Berater kommunizieren, Auszüge als PDF-Dateien abspeichern und habe sie zehn Jahre Online im Speicher.

Gründe für Filialschließung in Thulba

Mit der Auflösung der Filiale habe man es sich nicht leicht gemacht, sei aber insgesamt in der Region noch sehr gut aufgestellt, sagte Roland Friedrich . Zuletzt habe man an dem Automaten in Thulba nur noch wenige Abhebungen täglich registriert, zur Rentabilität nötig seien aber etwa 80.000 Verfügungen jährlich. Mit hineingespielt habe auch die Tatsache, dass es sich um einen für Sprengungen gefährdeten Standort handle, da er direkt an der Autobahn lag.

„Diese Veranstaltung haben wir auch dafür gemacht, um zu zeigen, dass wir bei unseren Kunden sind“, drückte es Jürgen Klubertanz aus. Zweigstellen, die nicht mehr tragbar seien, hätten irgendwann auch Auswirkungen auf den Hauptsitz einer Bank, bat auch er um Verständnis für die Filialschließung.

Wer Interesse am Online-Banking bekommen habe, kann sich Beratung und Ratschläge bei seiner Bank einholen. „Und bitte denken Sie immer daran: Keiner unserer Bankangestellte wird sie jemals nach ihrem Kennwort fragen“, sprach er noch eine Warnung aus. hhr